Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

»Unscharfe Logik« aus der Hochschule hilft der Industrie

06.09.2000


Neuer Forschungsverbund COIN -
Computational Intelligence for Industry -

... mehr zu:
»COIN »Forschungsverbund »Intelligence »NRW

wurde von Forschern aus acht Fachhochschulen in NRW aus der Taufe gehoben

»Computational Intelligence for Industry« (COIN) lautet der Name des neuen Forschungsverbundes, der bei der jüngsten Arbeitssitzung des bereits seit drei Jahren erfolgreich arbeitenden Forschungsverbundes »Neuronale Fuzzy-Logik« ins Leben gerufen wurde. Der Forschungsverbund »Neuronale Fuzzy-Logik« bietet vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen landesweite Expertenunterstützung bei der Lösung anwendungsorientierter Probleme. Väter des neuen Verbundes sind Professoren und Mitarbeiter der acht nordrhein-westfälischen Fachhochschulen (Köln, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Münster und die Märkische Fachhochschule Iserlohn) sowie ein Vertreter des Wissenschaftsministeriums (MSWF) NRW.

METALLSPLITTER IN DER SALAMI
Die bisherigen Arbeiten haben wertvolle Ergebnisse gebracht, die vielfach auch schon in der Industrie Nutzen bringen. So wurden u. a. von Prof. Ulrich Lehmann (Märkische Fachhochschule in Iserlohn) adaptive Neuro-PID-Regler entwickelt, die in der Verfahrenstechnik für nichtlineare, veränderliche Regelstrecken optimale Regelgüte ermöglichen. Prof. Dr. Herbert Schaedel von der FH Köln hat mit Fuzzy-Logik ein Auswertesystem entwickelt, mit dem in der Nahrungsmittelindustrie kleine metallische Fremdkörper in Lebensmitteln, z. B. Messersplitter in Salami oder Spinat gefunden werden.

NEURO-FUZZY-REGELUNGEN
Prof. Dr. Michael Bongards von der Abteilung Gummersbach der FH Köln hat mit seinen Mitarbeitern Neuro-Fuzzy-Regelungen entwickelt, die erfolgreich auf zwei Kläranlagen des Aggerverbandes eingesetzt werden. Damit wurde der Wirkungsgrad der Anlagen deutlich verbessert und zumindest in einem Fall ein kostspieliger Anlagenausbau vermieden. Mit dieser Entwicklung ist die Fachhochschule weltweit führend, die Vermarktung des Verfahrens wird deshalb auch in den nächsten Monaten zusammen mit einem deutschen Unternehmen der Automatisierungstechnik erfolgen.

VÖLLIG NEUE ANWENDUNGSHORIZONTE


Computational Intelligence (CI) ist der Oberbegriff für informationstechnische Methoden zur Handhabung von Wissen und Lernmethoden, wie Fuzzy-Logik, Neuronale Netze und Evolutionsstrategien, sowie für deren Anwendung. Sie eröffnet völlig neue Anwendungshorizonte, ermöglicht sie doch die erfolgreiche automatische Verarbeitung von unscharfen, ungenauen und auch falschen Daten, von Wissen und Schätzwerten sowie das automatische Trainieren und Anpassen von Automatisierungssystemen an komplexe Aufgabenstellungen.

GUTARTIGE COMPUTERVIREN
Die beteiligten Fachhochschulen werden auch in ihrem neuen Forschungsverbund wieder anwendungsorientierte Probleme lösen. So wird in der Abteilung Gummersbach der FH Köln an Reglern für verfahrenstechnische Prozesse gearbeitet, die selbständig aus ihren Fehlern lernen und sich damit flexibel an Änderungen anpassen können. Des weiteren werden beispielsweise an der Fachhochschule Bochum mobile Software-Agenten entwickelt. Dies sind sozusagen gutartige Computerviren, die sich z. B. in den Rechnern eines Elektrizitätsversorgungsunternehmen einnisten und dort selbständig nach Schwachstellen und Fehlerquellen im Stromnetz suchen.


ENGE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN HOCHSCHULE UND INDUSTRIE
Der neue Forschungsverbund COIN baut auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie auf, ein Rezept, das sich in der Vergangenheit sehr bewährt hat. Nicht zuletzt profitieren die Studierenden der Fachhochschulen davon. Bereits während ihres Studiums - in ihrem Praxissemester oder in ihrer Diplomarbeit - bearbeiten sie Themen aus dem Arbeitsfeld des Forschungsverbund, das zur modernsten Spitzentechnologie zählt. »Unsere Absolventinnen und Absolventen«, so Prof. Bongards, »werden uns noch vor Abschluss des Studiums von den Unternehmen aus den Händen gerissen, die jungen Diplomingenieurinnen und -ingenieure können sich ihre Stellen praktisch frei auswählen, so groß ist der Bedarf in der Industrie!«

Weitere Informationen:
bongards@gm.fh-koeln.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Petra Schmidt-BentumA | idw

Weitere Berichte zu: COIN Forschungsverbund Intelligence NRW

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten