Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Weltmarkt für Hybridkraftwerke

26.02.2003


Entwicklungsländer setzen auf Hybridkraftwerke zur Elektrifizierung ländlicher Regionen


Fast ein Drittel der Weltbevölkerung muss heute ohne Stromversorgung leben. Zusammen mit den explodierenden Bevölkerungszahlen in den Entwicklungsländern wächst dieser Anteil derzeit weiterhin dramatisch an. Deshalb stellt es eine große Herausforderung dar, die betroffenen Weltregionen mit der dringend benötigten elektrischen Energie zu versorgen, die mit Hilfe billiger, zuverlässiger und umweltfreundlicher Technologien gewonnen wird. So treibt das wachsende Interesse an nachhaltigen Stromproduktionssystemen den Einsatz von Hybridkraftwerken weltweit massiv voran, um Strom für entlegene Betriebsanlagen (z.B. Telekommunikationsstationen) und Landbewohner bereitstellen zu können. Durch den Neubau von Hybridkraftwerken wurden im Jahr 2002 auf dem Weltmarkt ungefähr 169,9 Millionen US-Dollar umgesetzt. Die gegenwärtigen Wachstumsraten sind mäßig, aber eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert einen stärkeren Zuwachs, so dass für 2010 mit einem Gesamtumsatz von 895,2 Millionen US-Dollar zu rechnen ist.

Hybridkraftwerke sind allerdings nicht immer die beste Lösung. In manchen Fällen ist der Anschluss an ein bestehendes Überlandstromnetz oder ein Kraftwerk auf der Basis erneuerbarer Ressourcen die geeignete Lösung. Nichtsdestotrotz belegt die aktuelle Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, dass Hybridlösungen häufiger zum Einsatz kommen werden, denn sie erfahren vielfach Akzeptanz und Vertrauen durch die Anwender.


Hybridkraftwerke kombinieren normalerweise Wind- und Sonnenkraft mit einer Generatoreninstallation, um elektrische Batterieanlagen zu laden. Es gibt allerdings auch Systeme, die sich nur auf die Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen stützen. "Generatorenanlagen, kleine Windkraftanlagen und Photovoltaik sind die drei zentralen Technologien bei den Hybridsystemen. Sie können individuell kombiniert oder gleichzeitig eingesetzt werden", erklärt Colin O’Hanlon, Research Analyst bei Frost & Sullivan. Die flächendeckende Elektrifizierung ländlicher Gebiete in den Entwicklungsländern ist die treibende Kraft auf dem Weltmarkt für Hybridkraftwerke. Jedes Land begegnet diesem Fortschrittsinteresse jedoch mit individuellen Lösungsansätzen, unterschiedlichen Finanzierungsniveaus und Unterstützungsformen. Staatlich betriebene Elektrifizierungsprogramme, die nachhaltige Energiegewinnungstechnologien einschließen, und privatwirtschaftliche Initiativen werden parallel als die aussichtsreichsten Armutsbekämpfungsmaßnahmen gepriesen.

Kooperation mit staatlichen Einrichtungen verspricht Einnahmenplus – Staatliche Beihilfen sind frühzeitig einzuplanen

Der Erfolgsschlüssel für den Weltmarkt für Hybridkraftwerke liegt in der Kooperation: Die abgestimmte Kooperation mit staatlichen Behörden ist vorteilhaft, um bei Elektrifizierungsprojekten für ländliche und abgelegene Regionen mitwirken zu können. Das Verfolgen von breiter gestreuten Marktchancen zieht neue Interessenten in diesen Marktbereich, wodurch die Forschungsetats aufgestockt und die Technologien verbessert werden. Staatliche Anreize mittels Subventionen und Steuererleichterungen wirken kostendämpfend auf die Finanzinvestitionen für Hybridsysteme und machen sie konkurrenzfähiger zu Alternativlösungen (z.B. Dieselgenerator). So deckt beispielsweise das Entwicklungsprogramm der indischen Regierung bis zu 80 Prozent der Kapitalkosten eines Hybridprojektes und ermöglicht durch beschleunigte Abschreibung bis zu 35 Prozent Steuerersparnis. Die Studie weist aber auch auf ein mangelndes Bewusstsein für staatliche Subventionen hin. "Die Installationskosten für Ausrüstungen (z.B. Türme für Windturbinen) sind hoch. Dieser Umstand sprengt bei vielen Projekten das veranschlagte Budget, vor allem wenn unvorhergesehene Probleme wie schlechte Infrastruktur die Transportkosten nach oben schrauben. Die Einrichtung von Pilotprojekten und Lobbygruppen in Verbindung mit einer klaren Produkt- und Kundendefinition überwinden diese Hürden", sagt O’Hanlon.

Produktstandardisierung und zunehmende Installationserfahrung lassen die Preise sinken

"Das Überlandnetz und eigenständige Stromgeneratoren konkurrieren mit Hybridsystemen als dezentralisierte Stromversorgung. Wenn die Umsatzzahlen anziehen, fallen die Preise für Hybridsysteme. Dies macht sie attraktiver als die Alternativtechnologien. Auch die Installationskosten werden rapide sinken, wenn die Installateure über mehr Erfahrung verfügen und der Wettbewerb zunimmt", kommentiert O’Hanlon. Wegen seines relativ komplexen Aufbaus ist es generell teurer, ein hybrides Kraftwerksystem herzustellen und zu installieren. Die Bemühungen der Hersteller zielen daher auf ein relativ standardisiertes, modulares Produkt, das die Kosten reduziert und eine skalierbare Baugröße gemäß Strombedarf ermöglicht. Höhere Produktionszahlen lassen die Kosten in fast allen Fertigungsetappen fallen. So werden die Installationskosten weiterhin sinken, während das hybride Kraftwerksystem technisch ausreift und standardisiert wird.

Beste Marktchancen liegen in Asien - Industrieländer bieten kaum Potenziale

Der Entwicklungsplan zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete macht China zum attraktivsten Entwicklungsland, denn es offeriert die besten kurzfristigen Wachstumschancen für hybride Kraftwerksysteme. Allerdings müssen westliche Unternehmen die Hindernisse (z.B. niedriger Preis pro Systemeinheit) in Angriff nehmen, um weiteres Marktpotenzial freisetzen zu können. Generell werden dem asiatischen Kontinent die besten Wachstumsperspektiven vorausgesagt.
Aufgrund ihrer hohen strukturellen Erschließung durch Überlandnetze bieten entwickelte Länder nur ein sehr geringes Wachstumspotenzial auf dem Weltmarkt für hybride Kraftwerksysteme. Jedoch sind die Marktchancen in diesen Regionen weniger preissensitiv und leiten sich eher von den Verbraucher- und Industriemärkten ab. Dies ist konträr zu Entwicklungsländern, in denen die kommunalen Märkte dominieren.

Weitere Informationen:

Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
Stefan Gerhardt
Public Relations Manager
60487 Frankfurt/Main
Telefon: 069-77033-11
Telefax: 069-234566
E-mail: stefan.gerhardt@frost.com

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com
http://www.power.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie