Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europamarkt für neue Energiespeicherungstechnologien

19.02.2003


Mit einem europaweiten Absatz von 104 Millionen US-Dollar (2002) beginnen neue Energiespeicherungstechnologien wie Schwungräder, Superkondensatoren und supraleitende magnetische Speicher (SMES) den herkömmlichen Batterien Konkurrenz zu machen. Sollte es zu spürbaren Preissenkungen kommen, könnte die Branche einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.batteries.frost.com) zufolge um jährlich 11 Prozent wachsen und 2009 ein Volumen von rund 215 Millionen US-Dollar erreichen.



Bisher sind Bleiakkumulatoren mit 11,73 Milliarden US-Dollar Umsatz (2002) in Europa die dominierende Speichertechnologie. Ihr Wachstumspotenzial ist allerdings weitgehend ausgeschöpft, und die Entwicklung der alternativen Technologien wird für einen weiteren Rückgang der Nachfrage sorgen. Der Bedarf für spezifischere und kostengünstigere Energiespeicherungslösungen hingegen wächst durch neue Märkte wie Energiequalität, Elektro- und Hybridfahrzeuge und dezentrale Energieerzeugung. Subventionen für erneuerbare bzw. saubere Energien werden nicht zuletzt diesen innovativen und verlustarmen Speichertechnologien zugute kommen.



Anwendungen im Automobil fördern Marktwachstum

Insbesondere neue Entwicklungen am Auto werden das Wachstum fördern. So dürfte das Umsteigen von herkömmlichen 14-Volt- auf neue 42-Volt-Anlagen angesichts der begrenzten Kapazität der heutigen Batterietechnologie zu einem breiteren Einsatz neuer Energiespeicherungslösungen beitragen.

Investoren zögern noch

Trotz der Vorzüge der neuen Technologien halten sich Investoren jedoch noch zurück. Die Dynamik des Marktes wird nicht nur von hohen Preisen und dem ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld gebremst, sondern auch von der Unsicherheit darüber, welche Lösung sich durchsetzt und wie sich komplementäre Technologien entwickeln. So verzögert sich beispielsweise die praktische Erprobung von Lösungen, die im Zusammenhang mit Brennstoffzellen eingesetzt werden könnten, durch das Warten auf die Brennstoffzellen. Nach Anne-Corinne Barbier, Research Analystin bei Frost & Sullivan, werden die ersten Brennstoffzellenautos frühestens 2010 auf den europäischen Markt kommen und dementsprechend spät größere Stückzahlen erreichen. Auf Seiten der Speichertechnologien dominieren derzeit klar die Schwungrad-Lösungen mit einem Umsatzanteil von 96 Prozent. Laut Frost & Sullivan Prognose werden die Superkondensatoren im Jahr 2009 immerhin einen Anteil von 21 Prozent erreichen können. Supraleitende magnetische Speicher (SMES) werden wohl auch in Zukunft eher ein Nischedasein zu führen.

Das Schicksal neuer Technologien: hohe Preise und geringe Nachfrage

In diesem frühen Stadium stecken die Technologien in einem Teufelskreis aus hohen Preisen und geringer Nachfrage. Größere Stückzahlen würden Preissenkungen ermöglichen, werden aber ohne niedrigere Preise auch nicht nachgefragt. Die Anbieter sollten sich deshalb zunächst auf Nischenanwendungen orientieren, bei denen Verbesserungsbedarf besteht, und ihre Lösung in diesem Rahmen aggressiv vermarkten. Es könnte aber auch sein, dass die Produkte subventioniert werden müssen, um das erforderliche Volumen zu erreichen, sollen nicht hohe, kostendeckende Preise die Nachfrage ersticken.

Noch ist offen, welchen Herstellern der Übergang von der Entwicklung zur Vermarktung gelingen wird. Neue Märkte haben typischerweise noch keinen festen Rahmen und keine Standards, was den Marktteilnehmern Entwicklungsspielraum gibt und den Markt interessant bleiben lässt. Potenzielle Anwender der neuen Technologien aber müssen den Markt aufmerksam beobachten, um entscheiden zu können, auf welches Pferd sie setzen oder mit wem sie strategische Allianzen eingehen wollen.


Titel der Analyse:
Frost & Sullivan’s Analysis Of Emerging Energy Storage Technology Markets In Europe
(Report B125)


Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beobachtet ständig eine Reihe wichtiger Hightech-Branchen und befragt diese auf neue Markttrends, Kennzahlen und Unternehmensstrategien.

Frost & Sullivan wurde 1961 in New York gegründet und ist heute als internationale Unternehmensberatung auf den Geschäftsfeldern Marktforschung und Marketingberatung aktiv.

Mit rund 750 Mitarbeitern liefert Frost & Sullivan seinen Kunden in allen Hochtechnologiebranchen wichtige Daten für strategische Entscheidungen. Seminare, Konferenzen und Managementtrainings ergänzen das Angebot.

Frost & Sullivan verfügt über europäische Büros in London, Paris und Frankfurt sowie über eigene Forschungszentren in Kalifornien, London und Singapur.



Weitere Informationen:

Stefan Gerhardt
Public Relations Manager

Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069-77033-11
Fax 069-234566

stefan.gerhardt@frost.com


Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com/prod/corpnews.nsf/0/CB3D1C2730A84D8E80256CD2003E4059?OpenDocument
http://www.batteries.frost.com
http://www.presse.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz