Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligenz resultiert aus Konzentration

17.02.2003


Gedächtniskünstler halten störende Aktivitäten im Gehirn im Zaum



Die menschliche Intelligenz folgt der Fähigkeit, sich geistig auf das Wesentliche zu konzentrieren. Eine Studie der über die Gehirnaktivität intelligenter Menschen legt nahe, dass diese in komplizierten Situationen störende Aktivitäten im Gehirn einschränken und sich dadurch auf wesentliche Teile der Information konzentrieren können. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt Nature Neuroscience veröffentlicht.



Jeremy Gray und seine Kollegen suchten nach Gründen für eine hohe Intelligenz. Dafür wurden 48 Probanden im Alter zwischen 18 und 37 Jahren einem geistig fordernden Test unterzogen. Die Versuchspersonen mussten angeben, ob ein Wort jenem entspricht, das drei Stellen davor auf der Liste stand. Jede 2,5 Sekunden wurde ein neues Wort ausgesprochen. Erschwerend und für die Versuchsprobanden verwirrend kam hinzu, dass sich einige Wörter nicht an dritter Stelle, sondern an vierter oder fünfter Stelle wiederholten. Den Schwierigkeitsgrad vergleichen die Hirnforscher mit der Aufgabe, erstmals ein neues Fahrziel anzusteuern und während der Konversation mit anderen Fahrgästen die Richtung im Gedächtnis zu behalten.

Warum manche Probanden bei den Tests trotz hohem Schwierigkeitsgrad dennoch so gut abschnitten, beobachteten die Forscher die Gehirnaktivität mit einem bildgebenden Verfahren (fMRI). Es zeigte sich, dass der Test bei allen Versuchspersonen große Bereiche des Scheitellappens (Parietalcortex) und des präfrontalen Cortex, der hochverarbeitete visuelle, auditorische und somatosensorische Information empfängt und diese laufend in Hinblick auf die aktuelle Situation, in der sich der Mensch gerade befindet, integriert. Bei jenen mit dem besten Gedächtnis überstiegen zudem einige Hirnregionen in der Aktivität andere rege Abschnitte im Großhirn deutlich.

Die Forscher gehen davon aus, dass es genau dieser Unterschied in der Aktivität ist, der es einigen Probanden erlaubt, sich geistig auf die Wortlisten zu fokussieren. Störende Impulse aus den benachbarten Hirnarealen wurden von den stark aktivierten Gehirnzentren unterdrückt. Dadurch kann sich das Gehirn seine limitierten Gedächtniskapazitäten für die Wortlisten "frei" halten. Laut Gray und seinen Kollegen bedeutet ein gutes Testergebnis eine hohe "fluide" Intelligenz. Diese erlaubt eine schnelle Orientierung in komplizierten, neuen Situationen. Im Gegensatz dazu zeugt die "kristalline Intelligenz" vor allem von einer guten Schulbildung. Wie sich allerdings Menschen in einer gegebenen Situation zurechtfinden, hängt aber noch von anderen Faktoren ab, erklären die Hirnforscher. So unterliegt die fluide Intelligenz starken Schwankungen. Eine gute Motivation bei einer schwierigen Aufgabe z.B. könne die fluide Intelligenz sprunghaft ansteigen lassen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wustl.edu/

Weitere Berichte zu: Gedächtnis Gehirnaktivität Intelligenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung