Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Studie belegt weltweite Akzeptanz der globalen Rechnungslegungsstandards

13.02.2003


Eine aktuelle Studie der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften* belegt, dass die Rechnungslegungsstandards des International Accounting Standards Board (IASB) weltweit akzeptiert sind. Über 90 Prozent der in die Studie einbezogenen 59 Länder haben die International Financial Reporting Standards (IFRS) bereits übernommen oder planen dies in naher Zukunft. "Die Studie zeigt, dass das Ziel einer einheitlichen Sprache für die Rechnungslegung insbesondere bei börsennotierten Unternehmen weltweit unumstritten ist", so Anne Schurbohm, Partnerin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. "Und sie zeigt, dass das IASB als die Institution anerkannt ist, globale Rechnungslegungsstandards zu entwickeln."



Auch wenn es gegenüber der letzten Studie vor einem Jahr deutliche Fortschritte gibt, bestehen gleichwohl noch eine Reihe von Hindernissen auf dem Weg zur weltweit einheitlichen Anwendung und Interpretation der IFRS. Schurbohm: "Beispiel Europäische Union: Zwar müssen börsennotierte Unternehmen ab 2005 ihre Abschlüsse nach IFRS aufstellen. Die EU behält sich jedoch vor, dass jeder einzelne Standard einen Anerkennungsprozess durchlaufen muss. Daraus könnte sich ergeben, dass einzelne Standards in Europa nicht oder modifiziert anzuwenden sind. Das wiederum würde europäische Unternehmen daran hindern, nach globalen Standards zu bilanzieren."



Für mehr als die Hälfte (51 Prozent) der untersuchten Länder ist die Komplexität von Standards, beispielsweise zu Finanzinstrumenten und anderen Standards, die die Bewertung mit Zeitwerten vorschreiben, eine zu hohe Hürde für die volle Konvergenz mit IFRS. Für die Anwendung der IFRS für alle Unternehmen wird weltweit als Schwierigkeit angesehen, dass dann eine Entkopplung der Rechnungslegung von der steuerlichen Ergebnisrechnung stattfinden müsste. In allen Ländern, in denen eine weitgehende Übereinstimmung von handelsrechtlicher und steuerlicher Rechnungslegung besteht, würde dies Mehrarbeit für viele Unternehmen bedeuten.

"Die Diskussion, wie die Wahlrechte, die die EU den Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der EU-Verordnung mitgegeben hat, in Deutschland umgesetzt werden sollen, beweist, dass auch bei uns eine mögliche Mehrarbeit durch Einführung der IFRS für die Einzelabschlüsse befürchtet wird. Zumindest für Konzernabschlüsse sollten alle Unternehmen, nicht nur die kapitalmarktorientierten, IFRS anwenden dürfen," fordert Anne Schurbohm. "Die Kosten-Nutzen-Frage kann dann jedes Unternehmen für sich entscheiden."

Die Studie ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass in Deutschland im Hinblick auf eine einheitliche und hochqualitative Anwendung der IFRS schon viel erreicht wurde. Es gibt eine Übersetzung der Standards, an vielen Universitäten steht IFRS auf dem Lehrplan, und es gibt gute Praxisseminare. Im Vergleich zu anderen Ländern steht Deutschland ausgesprochen gut da, was nicht heißt, dass es nicht auch bei uns Verbesserungsbedarf gäbe.

Abschließend fordert Schurbohm: "Die konsequente Anwendung der IFRS muss durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Abschlussprüfern, Aufsichtsbehörden, Politik und Wissenschaft gewährleistet sein. Nur so erreichen wir eine qualitative Verbesserung der Finanzberichterstattung, unabhängig vom Sitz eines Unternehmens. Das ist auch ein Beitrag zu mehr Transparenz. Nur mit gemeinsamer Anstrengung ist die globale Vereinheitlichung von Rechnungslegungsstandards und insbesondere auch ihre einheitliche Interpretation machbar."


*An der Studie "GAAP Convergence 2002" beteiligt sind: BDO, Deloitte Touche Tohmatsu, Ernst & Young International, Grant Thornton, KPMG und PricewaterhouseCoopers

Pressekontakt:
KPMG
Marita Reuter/ Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18/ -12 15
Fax: (0 30) 20 68-11 48
E-Mail: mreuter@kpmg.com
tblees@kpmg.com

| KPMG

Weitere Berichte zu: IASB IFRS Rechnungslegung Rechnungslegungsstandard

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen