Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zur Rechner- und Netzwerksicherheit im Hochschulbereich

05.02.2003


Ungenügende Sensibilität in punkto Computerkriminalität



Rechner- und Netzwerksicherheit - ein heikles Thema an Deutschlands Hochschulen. Die Hochschule Niederrhein (HN) hat jetzt offen gelegt, was andernorts gern unter der Decke gehalten wird: Jeder zweite Rechner weist Sicherheitslöcher auf, über 50 Prozent der Mitarbeiter hat nur ungenügende Kenntnisse hinsichtlich Rechner- und Netzwerksicherheit. Das ist das erschreckende, gleichwohl nicht überraschende und für andere Hochschulen in ähnlichem Ausmaß geltende Ergebnis einer Untersuchung des Sicherheitszustandes der IT-Infrastruktur. Dabei wurden sowohl die Mitarbeiter befragt, als auch die eigenen Rechner durch so genannte Penetrationstests einem Sicherheitscheck unterzogen.



Die als Band 1 einer neuen Schriftenreihe des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik erschienene Studie von Prof. Dr. Jürgen Quade, Dipl.-Ing. Arne Sprick, Dipl.-Ing. Harald Mürmann und Peter Bartosch beschränkt sich indes nicht nur auf eine Zustandserfassung, sondern schlägt Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit vor und liefert dem Management der Hochschule konkrete Entscheidungsvorlagen. Damit hat die Studie über die Grenzen der eigenen Hochschule hinaus Nutzen für andere vernetzte Einrichtungen sowie Unternehmen.

Hochschulen sind wegen ihrer komplexen Rechner- und Netzstruktur häufiger als andere Einrichtungen Ziel- und Ausgangspunkt von Hacker- und Cracker-Angriffen. Im letzten Jahr wurden an der HN knapp 14.000 verseuchte Mails abgewiesen, die insgesamt 22.000 Viren enthielten. Auf die zentralen Server der Hochschule wurden mehrere Tausend weitere Angriffe registriert. Von HN-Rechnern aus wurden Mailbombenangriffe auf Rechner in England gestartet und acht Rechner beim simultanen Black-Jack-Spiel mit "Kollegen" in Korea überrascht. "Wir wollen als Hochschule einerseits ein offenes Netz haben, auf der anderen Seite aber auch größtmögliche Sicherheit gegenüber Angriffen", benennt Rektor Prof. Dr. Hermann Ostendorf die Zwickmühle. Von der Landesrektorenkonferenz hat er den Auftrag erhalten, sich dieses Problems im gemeinsamen Interesse anzunehmen. Dabei gebe es partikuläre als auch gemeinsame Lösungswege.

Was Prof. Quade und seine Co-Autoren vorschlagen, lässt sich in der Studie nachlesen: Neben Einführung privater Netzadressen, Absicherung von Rechnerpools durch Firewalls, zentraler User-Authentifizierung, mehr Information und Schulung sowie einem Melde- und Berichtswesen bei entdeckten Einbrüchen hält er die Einstellung eines Site Security Managers für die vordringlichste Maßnahme.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jürgen Quade
Tel.: 02151 - 822362
Email: juergen.quade@hs-niederrhein.de

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie