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Potenzialstudie NRW

27.09.2000


Erste deutsche Studie über Erdwärmepotenzial wird in NRW erstellt:

Eine CD-ROM für die Ewigkeit

Präsentation bei 6. Geothermischer Fachtagung am 18./19.10. in Herne

Erste deutsche Studie über Erdwärmepotenzial wird in NRW erstellt:

Eine CD-ROM für die Ewigkeit

Präsentation bei 6. Geothermischer Fachtagung am 18./19.10. in Herne
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"Die Darstellung des Erdwärmepotenzials in Nordrhein-Westfalen ist ein Zukunftsprojekt mit Langfristperspektive. In zwei Jahren wird jeder Häuslebauer in NRW wissen, welchen Energiewert er aus seinem Grund und Boden ziehen kann. Bei der Bauplanung für Einzelhäuser oder Siedlungen werden Daten nutzbar, die Einsparmöglichkeiten bei Energieaufwendungen von bis zu 800 DM jährlich bedeuten. Diese bundesweit erste Potenzialstudie wird dazu beitragen, Erdwärme viel intensiver als bisher zu nutzen", meint Claudia Holl-Hagemeier. Die Diplom-Geologin leitet am Geologischen Landesamt in Krefeld eines der aktuellsten Projekte der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Zusammen mit einer Kollegin und zwei Diplom-Geologen erarbeitet sie die Grundlage zukünftiger Erdenergienutzung auf der Basis aller in NRW vorhandenen Daten zur Geologie. Ihre Motivation für diese Aufgabe erklärt Monika Kroll: "Alle Welt redet von Sonnen-, Wasser- und Windenergie. Was aber an Energie unter unseren Füßen steckt, ist kaum jemandem bewusst. Diese spannende Aufklärung wollte ich gerne leisten und eine grundlegende Arbeit zum Nutzen aller Bürger in NRW schaffen." Thomas Thielemann pflichtet ihr bei: "Ein Traumjob für einen Geologen mit Ergebnissen, die für viele Generationen maßgeblich sein werden. Sozusagen ein geothermisches Nachschlagewerk für das 21. Jahrhundert." Ingo Schäfer betont die Nachhaltigkeit der Studie: "Erdwärme ist immer da und immer nutzbar. Jetzt wird sie endlich durch Bundes- und Landesförderung ins Tagesrampenlicht gebracht und genutzt. Das ermöglicht Umwelt- und Ressourcenschutz und zukunftsfähiges Wirtschaften."

Bei der Potenzialstudie entsteht eine digitale Karte im Maßstab 1:100.000. Sie weist die geothermische Ergiebigkeit für Tiefen von 0 bis 40 m nach. Zusätzlich kann auch die Ergiebigkeit für Tiefen bis zu 100 m abgefragt werden. Die Studie wird Anfang 2002 fertig und dann als CD-ROM verkauft. Dann können Bürger in ganz NRW Flächen auswählen und sich über alle für die geothermische Nutzung relevanten geologischen und hydrogeologischen Untergrunddaten informieren. Ein Bauplatz für ein Einfamilienhaus kann demnächst vom Bauherrn bezüglich seines Energiepotenzials leicht verständlich bewertet werden. Für den Ballungsraum Rhein-Ruhr sind die Ergebnisse größtenteils bereits vorhanden und können bei Bedarf schon jetzt erfragt werden (Kontakt im Internet: www.gla.nrw.de oder per E-mail: geothermie@gla.nrw.de).


Geothermie - Erdwärme für alle

Mit modernen Techniken ist es fast überall möglich, Erdwärme zu nutzen. Schon niedrige Untergrundtemperaturen von 10 - 15 °C, wie sie in den bodennahen Schichten vorherrschen, können mit einer Wärmepumpe zu Heizzwecken genutzt werden. Mit zunehmender Tiefe macht sich dann der Wärmestrom vom Erdkern bemerkbar. Pro 100 m Tiefe steigt die Temperatur um durchschnittlich 3 °C an. In einem zweiten Teil der Potenzialstudie untersucht das Geologische Landesamt deshalb auch die Nutzung der Tiefengeothermie bis in 3.000 m Tiefe. Vor allem die stillgelegten Grubenbaue des Steinkohlenbergbaus, Tiefenbohrungen oder die in Aachen und Ostwestfalen auftretenden Thermalwässer lassen sich geothermisch nutzen. Diese Art der Nutzung kann für größere Bauprojekte wirtschaftlich interessant sein.

Die Potenzialstudie und einige Bauprojekte werden auch bei der 6. Geothermischen Fachtagung am 18. und 19. Oktober in der Akademie Mont-Cenis in Herne vorgestellt. (Programm und Presseakkreditierung im Internet: www.geothermie.de.) Die Akademie ist das herausragende Symbol für die Nutzung innovativer Energietechnologien in NRW. Werner Bußmann, Geschäftsführer der Geothermischen Vereinigung und Leiter der Branchen- und Technologieinitiative: "Mittlerweile hat sich so etwas wie ein kleiner Boom der Geothermie entwickelt. Die stärkere Unterstützung durch die Bundesregierung schuf eine gute Basis für den Durchbruch. In 2000 wurden mehr größere geothermische Anlagen geplant als in den gesamten zehn Jahren davor. Zur Zeit entstehen Neubausiedlungen mit Erdwärmenutzung u.a. in Dortmund, Hamm, Herford, Iserlohn, Schwerte, Vlotho und Werne."

Geothermie oder Erdwärme ist neben Bio-, Sonnen- und Windenergie die vierte Säule der wichtigsten erneuerbaren Energietechnologien. Bei der Gründung der Branchen- und Technologie-Initiative Geothermie im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien hatte NRW-Wirtschafts-Staatssekretär Jörg Hennerkes die Potenzialstudie als eines von vier neuen Projekten bereits vorgestellt. Die übrigen Projektgruppen untersuchen Exportchancen der Geothermie, ihre Einsatzmöglichkeiten im Baubereich und bauen das Kompetenz-Netzwerk Geothermie auf. Hennerkes: "Schon heute liegt Nordrhein-Westfalen an der Spitze beim Ausbau der Fotovoltaik, der Windenergienutzung in den Binnenländern und der Stromerzeugung aus Biomasse. Bei der Geothermie wollen wir diesen Spitzenplatz auch erreichen."


Weitere Informationen:


Uwe H. Burghardt
Landesinitiative Zukunftsenergien NRW
c/o NRW-Wirtschaftsministerium
Haroldstr. 4, 40213 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 8 66 42 - 13
Fax: (02 11) 8 66 42 - 22
Internet: http://www.energieland.nrw.de

Weitere Informationen zur Geothermie finden Sie, ständig aktualisiert auf unserer Homepage www.geothermie.de .

Werner Bussmann | idw

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