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Wichtigste Trends und Indikatoren im Europamarkt für Klinikbedarf

22.01.2003


Steigende Ausgaben im Gesundheitswesen, eine zunehmende Frequenz bei chirurgischen Eingriffen und Maßnahmen zur Kostendämpfung sind die Faktoren, die das europäische Gesundheitswesen in absehbarer Zukunft am nachhaltigsten prägen werden.



Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer neuen Analyse, die sich mit Trends und Indikatoren für die zukünftige Entwicklung im Europamarkt für Klinikbedarf beschäftigt.



Den Ausgangspunkt für die Prognose bildet die demographische Entwicklung: Im Jahr 2020 wird nahezu ein Viertel der europäischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Daraus ergeben sich für das Gesundheitswesen wesentliche Veränderungen. Zunächst werden ambulante Operationen einen Aufschwung erleben; damit reduziert sich die Zahl langer Krankenhausaufenthalte, und die damit verbundenen Kosten können eingespart werden. Gleichzeitig ist mit einer Zunahme der Gesamtzahl der Operationen zu rechnen. Überdurchschnittliche Zuwächse werden vor allem in den Bereichen Augenheilkunde und Orthopädie zu verzeichnen sein. Die substantielle Bedarfssteigerung in diesem Segment wird laut Frost & Sullivan einer der wichtigsten Auslöser für eine weitere Kostenexplosion im Gesundheitswesen sein.

Nachsorge zu Hause - Mehr Unabhängigkeit für den Patienten

Auf den Markt für Klinikbedarf bezogen, wird der Trend zur ambulanten Versorgung und zur Verlagerung der Nachsorge in die Privathaushalte die Nachfrage nach tragbaren medizinischen Geräten zur Selbstmedikation ankurbeln. "Zentrale Produktmerkmale sind hier Sicherheit, Bedienerfreundlichkeit, ein geringes Gewicht und Handlichkeit, um dem Patienten eine möglichst hohe Mobilität und damit eine gewisse Unabhängigkeit zu gewähren," so Tanya Pullen, Research Analystin bei Frost & Sullivan.

Steigender Absatz bei OP-Bedarf und Einweg-Produkten

Parallel dazu wird die zunehmende Anzahl an chirurgischen Eingriffen zu einem stetig steigenden Absatz von OP-Bedarf führen. Besonders gute Aussichten bescheinigt die Analyse dem Sektor für Einweg-Produkte. Wichtige Impulse gehen hier zum einen von neuen Vorschriften zur Infektionskontrolle aus, zum anderen vom hohen Potenzial zur Kosteneinsparung. Letzterer Faktor wird zudem maßgeblich zum Boom minimal invasiver Operationstechniken beitragen, die neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch medizinisch einen großen Fortschritt darstellen. Mit dem Einsatz solcher Techniken lässt sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten in der Klinik erheblich reduzieren. Daher rechnet Frost & Sullivan mit einem signifikanten Umsatzwachstum für entsprechende Instrumente und Geräte wie zum Beispiel endoskopische Kameras.

Andere Länder, andere Möglichkeiten

Auch ein Blick auf die Ländermärkte zeigt, welch enormes Potenzial der Gesamtmarkt für Klinikbedarf birgt. Derzeit werden die Ausgaben im europäischen Gesundheitswesen auf 844,2 Milliarden Euro pro Jahr beziffert, Tendenz steigend. In vielen Ländern lassen sich gewisse Schwerpunkte identifizieren, was flexiblen und reaktionsfreudigen Herstellern erhebliche Chancen eröffnet. In Deutschland beispielsweise konzentrieren sich so genannte Disease-Management-Programme (DMP) auf die Bereitstellung zusätzlicher Gelder zur Bekämpfung von Krankheiten wie Diabetes, Brustkrebs, Asthma und koronare Herzkrankheit (KHK). In Großbritannien zielt ein neues Programm darauf ab, die Behandlung und Prävention von Krebs, Schlaganfall und KHK zu verbessern und gleichzeitig die Wartezeiten für bestimmte chirurgische Eingriffe (zum Beispiel bei grauem Star) zu verkürzen.

Wachstumsbremse Kostendruck

Doch bei allen Chancen müssen sich die Marktakteure auch großen Herausforderungen stellen. Auf gesamteuropäischer Basis stehen die diversen Kostensparmodelle im Gesundheitswesen auf Platz eins der Wachstumsbremsen. Eine der wichtigsten Folgen dieser Strategie ist die weit verbreitete Konsolidierung von Kliniken und damit einhergehend die Rationalisierung der entsprechenden Ressourcen. Als Konsequenz haben sich die Zuständigen für die Produktbeschaffung vielerorts zu Gruppen zusammengetan und über das Einkaufsvolumen hohe Rabatte erwirkt, was teilweise zu signifikanten Preisrückgängen geführt hat. Unter der schrumpfenden Kundenbasis werden laut Frost & Sullivan vor allem die Grundausstatter von Kliniken und OPs sowie die Anbieter von großen stationären Geräten zu leiden haben.

Kundenbeziehungen müssen gepflegt werden

In diesem Zusammenhang rät Frost & Sullivan den Marktakteuren dazu, sich auf den Aufbau enger Beziehungen zu den Einkaufsabteilungen von Krankenhäusern zu konzentrieren. Entscheidend sei außerdem, die potenziellen Kunden immer wieder auf die langfristige Rentabilität von Investitionen in innovative medizinische Technologien hinzuweisen.

Weitere Informationen:

Frost & Sullivan
Katja Feick
Public Relations Executive
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069-77033-12
Fax 069-234566
E-mail: Katja.feick@frost.com

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://healthcare.frost.com

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