Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheitslücken bei Finanzdienstleistern im Internet

21.01.2003


Außerhalb des Onlinebankings bieten die Homepages der Finanzdienstleister häufig nicht die nötige Sicherheit für ihre Kunden. Bei zwei von fünf Finanzinstituten werden sensible Kundendaten bei der Vertragsanbahnung nicht verschlüsselt. Der Kunde wiegt sich in trügerischer Sicherheit, denn die Hälfte aller Banken und Versicherungen verspricht eine Verschlüsselung auf den Homepages. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "E-Commerce der Finanzdienstleister III" von Mummert Consulting.

Von 200 untersuchten Finanzdienstleistern legten 54 Prozent ihre Sicherheitstechniken offen und gaben Verschlüsselungsstandards an. Doch meistens wird zu viel versprochen: Nur 43 Prozent der Probanden verschlüsseln die Daten beim Versand wirklich. Manche Finanzdienstleister werben mit einer 128-Bit-Verschlüsselung, wenden aber nur 40 Bit an. Bei einigen Instituten kann der Kunde die benutzte Sicherheitstechnik gar nicht kontrollieren.

Für das Onlinebanking setzen die Unternehmen drei unterschiedliche Verfahren ein: PIN/TAN, HBCI und digitale Signatur. Gut ein Drittel der Finanzinstitute nutzt mit PIN/TAN nach wie vor das älteste Verfahren aus den Anfangszeiten des Homebankings. Dabei erhält der Kunde eine persönliche Identifikationsnummer (PIN) und eine Liste mit Transaktionsnummern (TAN). Mit der PIN meldet er sich beim Bankrechner im Internet an. Transaktionen werden mit einer TAN bestätigt. Die höchste Verbreitung unter den untersuchten Instituten hat das System mit knapp 89 Prozent bei den Genossenschaftsbanken. Der geringste Anteil ist mit immerhin noch 79 Prozent bei den Sparkassen zu verzeichnen. 57 Prozent der Sparkassen bieten zudem das weitaus modernere "Home Banking Computer Interface"-Verfahren (HBCI) an. Der Kunde bestätigt hier jede Transaktion, ähnlich wie beim Geldautomaten, durch Einlesen seiner HBCI-Karte am Computer und Eingabe einer PIN. Ingesamt wird HBCI aber nur von 15 Prozent der Banken und Versicherungen angeboten. Die digitale Signatur ist das neueste Sicherheitsverfahren. Es funktioniert ähnlich wie HBCI. Es bietet wesentlich mehr Funktionen, fristet aber mit 2 Prozent Verbreitung ein Nischendasein beim Onlinebanking.

Die Gründe für die Anwendung der alten PIN/TAN-Technik sind einfach: niedrige Kosten und fehlende Rechtssicherheit bei den neuen Verfahren. PIN/TAN ist eine Technik aus den Anfangszeiten des Homebankings. Viele Banken scheuen neue Investitionen, da die alte Technik weiterhin als sicher gilt. Zudem würde erst die Ausweitung der EU-Fernabsatzrichtlinie auf den Markt der Finanzdienstleister einen Mehrwert für die neuen Systeme der digitalen Signatur bringen. Dann nämlich muss der Kunde selbst für einen Kreditvertrag nicht mehr seine Filiale besuchen: Die digitale Signatur wäre als Unterschrift des Onlinevertrages rechtsgültig.

Hintergrundinformationen

Diese Presseinformation basiert auf: Studie "E-Commerce der Finanzdienstleister III" - Marktstudie mit Schwerpunktthema Financial Planning als Kundenbindungsinstrument"

Wichtigste Eckdaten:

Die Studienreihe "E-Commerce der Finanzdienstleister" wird in ihrem dritten Erscheinungsjahr mit einer Schwerpunktbetrachtung zum Thema "Financial Planning" fortgesetzt.

Basis der Studie ist die bewährte Markterhebung der Web-Auftritte von 200 Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche (Banken, Versicherungen, Finanzvermittler, Finanzportale). Die Untersuchung der Web-Auftritte wurde anhand von 300 Kriterien von Mitte Juli bis Mitte August 2002 durchgeführt. Die E-Mail-Response-Analyse erfolgte zwischen dem 15. und 19. September 2002.

Aufbauend auf der Markterhebung im Internet beleuchtet der diesjährige Studienschwerpunkt "Financial Planning" den Status der Beratungs- und Betreuungsangebote innerhalb der Unternehmen sowie die zukünftige strategische Ausrichtung auf die geänderten Marktbedingungen.

Die Studie zeigt Trends auf und gibt Handlungsempfehlungen für die Marktte

ilnehmer. Die wissenschaftliche Begleitung der Studie übernahm das Institut für Bankinformatik und Bankstrategie an der Universität Regensburg (ibi) unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Bartmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik.

Erläuterung: Die Studie kann unter www.mummert-consulting.de zum Preis von 950 Euro zzgl. MwSt. bestellt werden.

| Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

Weitere Berichte zu: Finanzdienstleister HBCI Onlinebanking PIN PIN/TAN Planning Signatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte