Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China mit weltweit umfassendster Webzensur

04.12.2002


Harvard-Studie: Internet einfacher zu kontrollieren als Telefon & Co



China verfügt weltweit über das umfassendste System zur Zensur von Websites und Inhalten im Internet. Beinahe 50.000 Websites sind für User im Reich der Mitte unzugänglich. Manche Themenbereiche wie z.B. Demokratisierung, Tibet und Taiwan sind nahezu vollständig blockiert. Das geht aus einer aktuellen Studie der Harvard Law School hervor. Diese bestätigt China bei seiner Internetpolitik durchaus Erfolge. Demnach sei für die chinesischen Behörden das Internet leichter zu kontrollieren als andere Kommunikationsformen wie Telefon, Fax und Briefe. Nur die entschlossensten und geschicktesten User schaffen es, die Filtersysteme der Zensur zu umgehen.



"Wenn das Ziel ist, zu beeinflussen, was der durchschnittliche chinesische Internet-User zu sehen bekommt, dann könnte der Erfolg in Reichweite sein", erklärt Jonathan Zittrain, Professor der Law School und Mitautor der Studie. Für die Studie wurde ein halbes Jahr lang der Zugriff auf verschiedene Webinhalte von unterschiedlichen Orten in China aus getestet. Dabei stellten die Autoren fest, dass China beinahe 50.000 (von über 200.000 getesteten) Websites regelmäßig oder ständig blockiert. Betroffen sind neben Nachrichten- und Politikseiten auch Inhalte in den Bereichen Unterhaltung, Bildung und Religion. Was immer von den Behörden als bedrohlich angesehen werde, kann auch blockiert werden. Manchmal bestrafen die Zensoren User, die sich Zugang zu einer verbotenen Seite verschafft haben, indem sie ihnen jeglichen Zugang zum Internet eine Zeit lang erschweren. Die Behörden können jedoch nicht nur jeglichen Zugang zu verbotenen Seiten verhindern. Sie haben laut Studie bereits damit begonnen, Inhalte selektiv in Echtzeit zu filtern. So werden beispielsweise Links gelöscht, während User Zugang zur Seite haben.

Im Vergleich zu Saudi-Arabien, das die Harvard Law School in einer früheren Studie untersucht hat, ist das Filtersystem von China viel umfassender. Chinesischen Usern wird regelmäßig der Zugang auf westliche Medien verwährt. Westliche Religionsseiten werden ebenso blockiert wie die Seiten von Amnesty International und Human Rights Watch. Im Gegensatz zu Saudi-Arabien werden aber weniger als 15 Prozent der Websites mit sexuellem Inhalt zensuriert. Im Wüstenkönigreich sind 86 Prozent derartiger Webinhalte unzugänglich. Die Studie ist unter der Web-Adresse http://cyber.law.harvard.edu/filtering/china zu finden.

Erwin Schotzger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.law.harvard.edu
http://cyber.law.harvard.edu/filtering/china
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020731026

Weitere Berichte zu: Filtersystem Saudi-Arabien Webinhalt Website

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie