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Fünf Mio. Europäer schlafen hinter dem Steuer

02.12.2002


Fünf Mio. europäische Autofahrer werden von Schlafstörungen geplagt. Hinter dem Lenkrad sind sie eine der größten Gefahren für den Straßenverkehr, denn sie verbringen den Tag in Müdigkeit und Trance, berichtet eine Studie des European Respiratory Society. Die Studie wurde von einem internationalen Ärzteteam durchgeführt, das zum Schluss kam, dass viele der Autofahrer falsch oder nicht gegen die Schlafstörungen behandelt werden, berichtet BBC-Online.



Millionen Menschen schnarchen, bei einem bestimmten Teil der Schnarchenden kann es zur gefährlichen Schlaf-Apnoe kommen. Dabei setzt der Atem mitten im Schlaf aus. Apnoe-Patienten bergen auch andere Risiken in sich. Durch die Schlafstörungen verbringen sie den Tag in ständiger Müdigkeit oder es kommt zu plötzlichen Müdigkeitsattacken und dem Aussetzen der Denkfähigkeit und der Konzentration. Nach den Untersuchungen der Wissenschaftler sind davon bis zu acht Prozent der Männer zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr betroffen. Frauen leiden unter der Schlaf-Apnoe nur selten. Die Forscher schätzen die Zahl auf zwei Prozent. Gesamteuropäisch belaufen sich die Zahlen auf bis zu fünf Mio. Menschen. Gefährlich ist die Situation dann, wenn diese Menschen Autos lenken oder Maschinen in Betrieb nehmen.



Bei der Schlaf-Apnoe sind die oberen Atemwege zu und lassen die Luft zeitweise nicht durch. Wenn zehn Sekunden keine Luft in die Lungen gelangt, sorgt ein Reflex dafür, dass der Schlafende kurz erwacht und nach Luft schnappt. Das kann die ganze Nacht hindurch so gehen. Der Schlafende selbst merkt während der Nacht nichts davon, aber am nächsten Morgen fühlt er sich abgespannt und ist den ganzen Tag über müde. Durch die Aussetzer hat der Körper keine Chance, in die so wichtigen Tiefschlafphasen zu fallen. Ob tatsächlich eine Schlaf-Apnoe vorliegt, kann in einem Schlaflabor ausgetestet werden. Der Patient wird an einen Computer angeschlossen, der rund 20 Körperfunktionen misst und aufzeichnet. Wenn Apnoen regelmäßig auftreten, drohen ernste gesundheitliche Folgen wie Bluthochdruck oder Herzerkrankungen. Mit Hilfe einer Atemmaske kann den Apnoe-Patienten heute wirksam geholfen werden.

Mediziner der European Respiratory Society fordern, dass es bei Fahrzeuglenkern gesetzliche Regelungen zur Behandlung von Schlaf-Apnoe geben müsse. Bisher sind nur in Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien Apnoe-Patienten von Gesetzes wegen verpflichtet die Krankheit medizinisch behandeln zu lassen, andernfalls droht ihnen der Entzug des Führerscheins. In anderen europäischen Ländern gibt es solche Regelungen nicht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ersnet.org
http://news.bbc.co.uk

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