Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mathe und Naturwissenschaften lassen deutsche Schüler kalt

07.03.2001


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass viele Schüler nur wenig an Naturwissenschaften interessiert sind. Es fällt ihnen schwer, naturwissenschaftliche oder mathematische Probleme zu durchdringen, anspruchsvollere Aufgaben zu lösen und ihr Wissen auf neue Situationen anzuwenden. Über die Gründe derartiger Defizite des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts wird auch an der Universität Würzburg geforscht.

Das geschieht im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Bildungsqualität von Schule" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Bei dem auf sechs Jahre angelegten Würzburger Projekt der Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Beate Sodian und des Physikdidaktikers PD Dr. Ernst Kircher wird die "Vermittlung von Wissenschaftsverständnis in der Grundschule" erforscht. Es ist neben einer gemeinsamen Projektgruppe der Uni Münster und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (Berlin) das einzige Vorhaben, das sich im Rahmen des Schwerpunktprogramms mit der Verbesserung des naturwissenschaftlichen Sachunterrichts schon in der Grundschule befasst.

Beate Sodian und Ernst Kircher betrachten fehlendes Wissenschaftsverständnis bei Schülern und vermutlich auch bei Lehrern als eine wesentliche Ursache für die geschilderte Problematik. Die Wissenschaftler wollen zunächst die Effektivität von speziellen Unterrichtseinheiten untersuchen, mit denen wissenschaftsphilosophische Lerninhalte in der Grundschule vermittelt werden sollen. In der zweiten Phase des Projekts geht es um die Frage, welches Wissen der Lehrer für ihr pädagogisches Handeln bedeutsam ist. Schließlich sollen in einer dritten Phase neue, alternative Unterrichtseinheiten für den Sachunterricht der Grundschule entwickelt und getestet werden.

Parallel zu den Untersuchungen im Klassenzimmer werden die Forscher auch Studien im außerschulischen Bereich durchführen. Sie interviewen die Eltern, um deren Einfluss auf das Wissenschaftsverständnis ihrer Kinder abschätzen zu können. Auch die populärwissenschaftliche Jugendliteratur und das dadurch indirekt vermittelte Wissenschaftsverständnis werden analysiert.

Dieses Schwerpunktprogramm der DFG ist eine Reaktion auf die Studien, die unter dem Kürzel TIMSS (Third International Mathematics and Science Studies) bekannt wurden: Bei diesem internationalen Vergleich hatte sich herausgestellt, dass deutsche Abiturienten nicht besonders gut im mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht abschneiden.

In den bundesweit 23 Einzelprojekten des DFG-Schwerpunktprogramms sind Experten aus verschiedenen Fachdidaktiken, aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie eingebunden. Sie sollen Maßnahmen entwerfen und erproben, mit denen sich die Bildungsqualität im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht an deutschen Schulen verbessern lässt.

Weitere Informationen: PD Dr. Ernst Kircher, T (0931) 888-5785, Fax (0931) 70 62 97, E-Mail: kircher@physik.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Beate Sodian, T (0931) 31-2351, Fax (0931) 31-2763, E-Mail: sodian@psychologie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Laser – World of Photonics: Offene und flexible Montageplattform für optische Systeme

26.06.2017 | Messenachrichten

Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017

26.06.2017 | Messenachrichten