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Studie zu Longlife-Products

14.11.2002


Produkte fürs Leben: Unter diesem Titel wird in den nächsten drei Jahren am Beispiel von Fahrrädern untersucht, welcher Zusammenhang zwischen der Verlängerung der Produktnutzungsdauer und einer verbesserten Kreislauffähigkeit industriell hergestellter Konsumgüter besteht.



Neben der Fachhochschule Nordhausen, die bei diesem Projekt die Projektleitung innehat, sind die Mitteldeutschen Fahrradwerke GmbH (MIFA) in Sangerhausen und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) beteiligt.



Wer hat sich nicht schon über den allgemeinen Trend geärgert, dass die Nutzungszeiträume unterschiedlichster Produkte immer kürzer werden? Ein Trend, der auch vor dem Fahrrad als technische Konsumgut nicht Halt macht. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und entziehen sich einer einfachen Erklärung. Im Projekt wird nun am Beispiel des Fahrrades untersucht, welche Möglichkeiten im Rahmen der Planung von Innovationsprozessen bestehen, diesem negativen Trend entgegenzuwirken, den gerade der Konsument teuer bezahlt. Ferner wird untersucht, wie Produktmerkmale geändert werden müssen, um eine verbesserte Kreislaufführung zu ermöglichen. Dies ist insbesondere aus Herstellersicht von großem Interesse, da in den nächsten Jahren eine Ausweitung der Produktverantwortung der Hersteller auf die Entsorgungsphase auf breiter Front erwartet wird.

Neben diesen verbraucher- und herstellerseitigen Aspekten ist aber ein anderer Gesichtspunkt besonders wichtig: Sowohl der Verlängerung der Produktnutzungsdauer als auch einer verbesserten Kreislaufführung von Produkten ist gemeinsam, dass sie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung darstellen. Beides führt - wenn auch auf unterschiedlichen Wegen - dazu, dass die stoffliche und energetische Substanz von Produkten länger im Wirtschaftskreislauf gehalten werden kann. Genau dies hilft einerseits Ressourcen zu schonen, andererseits die Umwelt von Abfällen, Abwässern und Emissionen zu entlasten - also ein wesentlicher Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften.

Der Untersuchungsgegenstand Fahrrad wurde als Modellfall gewählt, weil das Fahrrad in verschiedener Hinsicht repräsentativen Charakter für industriell gefertigte Massenprodukte trägt - und natürlich, weil das Fahrrad jeder kennt.

Der sehr enge Bezug zum nachhaltigen Wirtschaften begründet aber auch das Interesse des Bundes an den vornehmlich an der FH Nordhausen durchzuführenden Forschungsarbeiten. Die Durchführung des Projektes wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Es ist damit eines von sieben unter ca. einhundert zur Auswahl stehenden Projekten, das durch den Bund gefördert wird. "Wir haben damit den Fuß in der Tür zur Bundesforschung" - so der Initiator und Leiter des Projektes, Prof. Dr. Bernd Lemser. "Das bedeutet nicht nur wirtschaftlichen Erfolg für die Hochschule im Sinne der geplanten leistungsorientierten Finanzzuweisung, sondern eindeutig auch einen erheblichen Zuwachs an Renommee."

Guido Käsgen | idw

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