Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FAO Jahresbericht: Welthunger wird bis 2015 nicht halbiert

16.10.2002


Experten warnen vor verfrühten Hoffnungen - Täglich sterben 25.000 Menschen an Hunger



Experten schätzen, dass das ehrgeizige Vorhaben im Kampf gegen den Welthunger, der bis 2015 halbiert werden soll, bei den jetzigen Gegebenheiten unerreicht bleibt. Wenn der Kampf gegen Hunger im gleichen Tempo weitergeht wie jetzt, wird es mindestens noch 100 Jahre dauern bis dieses Ziel erreicht werden kann, berichtet die Welternährungsorgansiation FAO in einem Bericht, der morgen, Mittwoch erscheinen wird.



Der Fortschritt im Kampf gegen den Hunger ist marginal. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht "The State of Food Insecurity in the World 2002" (SOFI) der FAO hervor. Im Zeitraum von 1998 bis 2000 litten 840 Mio. Menschen an Unterernährung, davon leben 799 Mio. in Entwicklungsländern, 30 Mio. in Schwellenländern und elf Mio. in Industriestaaten. Damit ist die Zahl seit Beginn der 90er Jahre nur um 2,5 Mio. Menschen jährlich zurückgegangen. Erfolgt keine drastische Trendumkehr, rückt das 1996 angestrebte Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, in weite Ferne. Das Ziel könnte nur dann erreicht werden, wenn von nun an die Zahl der Hungernden jedes Jahr um 24 Mio. reduziert wird.

Täglich sterben 25.000 Menschen an Hunger. Summiert auf ein Jahr bedeutet dies neun Mio. Hungertode, davon sechs Mio. Kinder unter fünf Jahren. Die Lebenserwartung ist niedrig. "In den am schlimmsten betroffenen Ländern erreicht ein Neugeborenes ein Durchschnittsalter von höchstens 38 Jahren, während in den 24 meist entwickelten Industriestaaten die Menschen durchschnittlich 70 Jahre alt werden. Zu den Regionen, die am Schlimmsten vom Hunger betroffen sind, zählt der Kongo mit mehr als 36 Mio. Hungerleidenden. Erfolgreich war der Kampf gegen den Hunger in China und den südostasiatischen Staaten Indonesien, Vietnam und Thailand.

Die UNO hat ein Anti-Hunger-Programm gestartet, das jährlich 24 Mrd. Dollar für Projekte in Entwicklungsländern vorsieht. Zu einem wachsenden Problem wird nach Ansicht der FAO aber auch der "versteckte Hunger", der zwar keine herkömmliche Unterernährung ist. Aber das Fehlen lebensnotwendiger Stoffe führt zu schweren körperlichen Problemen wie etwa Blindheit durch Vitamin-A-Mangel. Mehr als zwei Mrd. Menschen sind nach Ansicht der FAO davon betroffen. Am Schlimmsten trifft diese Art der Unterernährung Frauen und Kinder.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fao.org

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland Jahresbericht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie