Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieversorger treten auf die Kostenbremse

22.08.2002

Fünf Jahre nach der Liberalisierung des deutschen Strommarktes treten nun auch bei den Energieversorgern die Manager auf die Kostenbremse. Der Grund: Der Preisdruck am Markt nimmt zu. Erst im Juli hat die Branche den Anbieterwechsel für Endkunden nochmals erleichtert. Zwei von fünf Energieversorgern sehen in mehr Kostenkontrolle den Königsweg gegen die aktuellen Probleme. Die Folge: Die Unternehmen prüfen Lieferantenbeziehungen, führen ein umfassendes Controlling ein und suchen nach Kooperationspartnern. Mehr als 80 Prozent der Manager investieren in die Umorganisation des eigenen Unternehmens. Zu diesem Ergebnis kommt der "Branchenkompass Energieversorger", eine Studie von Mummert + Partner, dem F.A.Z.-Institut und dem manager magazin.

Die Energieversorger klagen über den Preisdruck und die Rahmenbedingungen am Markt. So sind beispielsweise die Kosten in Deutschland höher als in den Nachbarländern. Besonders teuer: die Durchleitungsentgelte der lokalen Netzbetreiber. Diese sind verpflichtet, Chancengleichheit beim Leitungszugang zu gewähren. Doch zwischen den verschiedenen Regionen gibt es starke Kostenunterschiede. Die Differenz kann innerhalb Deutschlands teilweise bis zu 300 Prozent betragen.

Seit 2001 steigen die Strompreise wieder. Der Grund: Die positiven Effekte der Liberalisierung werden unter anderem durch Ökosteuer und Preiskampf aufgehoben. Ein Drittel der Manager der Energiebranche meint inzwischen, die Liberalisierung habe keinen allgemeinen volkswirtschaftlichen Nutzen gehabt. Der deutsche Sonderweg - nur hier zu Lande sind im Gegensatz zu unsren europäischen Nachbarn die Strom- und Gasnetze überhaupt nicht mehr staatlich reguliert - gilt jedem sechsten als Standortnachteil. Ein weiteres Problem ist die neue Sparsamkeit der Endabnehmer. Zwar haben weniger als ein Zehntel der Kunden den Anbieter gewechselt, doch rund die Hälfte hat günstigere Verträge beim alten Anbieter unterschrieben.

Auch in Kooperationen und Fusionen sehen die Entscheider einen Weg, dem Kostendruck zu begegnen. Eine Fusionswelle ist allerdings nicht zu erwarten: Vier Fünftel bevorzugen Allianzen und Kooperationen. Beliebteste Bereiche für Kooperationen sind der Stromhandel, Lieferung und Vertrieb sowie der Handel mit Gas. Besonders beim Stromhandel bedeutet dies auch: Alte Lieferantenbeziehungen werden nun unter Kostengesichtspunkten geprüft.

Roland Heintze | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie