Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksame Therapie von Beschwerden, die den Knochenapparat betreffen

14.06.2002


Neue Untersuchungsergebnisse belegen die Wirksamkeit von Zometa ® (Zoledronsäure) bei der Behandlung von Knochen-komplikationen bei Patienten mit Prostatakarzinom


Das Novartis Arzneimittel Zometa ® (Zoledronsäure) ermöglicht eine wirksame Therapie von Beschwerden, die den Knochenapparat betreffen und infolge von Knochenmetastasen bei Patienten mit Prostatakarzinom auftreten. Dies belegen Untersuchungsergebnisse, die auf der 97. Jahrestagung der American Urological Association (AUA) in Orlando, Florida (USA), vorgestellt wurden. Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom sind in hohem Maße gefährdet, Knochenkomplikationen – oder auch: skelettbezogene Ereignisse (skelettbezogenes Ereignis) – zu erleiden, wie zum Beispiel Knochenschmerzen, pathologische Knochenbrüche, notwendige Bestrahlung oder Operation des Knochens, Rückenmarkkompression oder Hyperkalzämie. Mit dieser Studie wurde erstmals nachgewiesen, dass ein Biphosphonat bei dieser Patientenpopulation eine wirksame Behandlung von Knochenmetastasen ermöglicht. Zusätzlich bietet Zometa ® Patienten, Pflegepersonal und Ärzten den Vorteil, dass sich die 4-mg-Dosis (in 100 ml gelöst) mittels Infusion innerhalb von 15 Minuten leicht verabreichen lässt.

„Da Knochenmetastasen die betroffenen Patienten durch Schmerzen, Knochenbrüche und Kompression der Wirbelsäule erheblich beeinträchtigen können, stellen sie bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom ein wesentliches Problem dar. Bislang konnten wir den Patienten nur wenige wirksame Behandlungsoptionen anbieten“, erklärt Dr. Fred Saad, Associate Professor für Urologie und Leiter der Urologischen Onkologie am Montreal Cancer Institute der Universität Montreal. „Zometa ® stellt einen signifikanten Fortschritt in der Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms dar und dürfte für Urologen und Onkologen eine willkommene Erweiterung der Therapiemöglichkeiten darstellen.“


Studienansatz
Der Ansatz der Studie zielte darauf ab, die Wirksamkeit von Zometa ® bei Patienten mit Knochenkomplikationen infolge eines Prostatakarzinoms zu untersuchen. Insbesondere sollte geklärt werden, ob Zometa ® in der Lage ist, den Anteil der Patienten mit skelettbezogenes Ereignis zu reduzieren und die Zeit bis zum ersten skelettbezogenes Ereignis zu verlängern. Insgesamt 643 Patienten mit mindestens einer Knochenmetastase nahmen an der multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten Studie teil. Die abschließende Analyse basierte auf dem Vergleich von Zometa ® 4 mg (in 100 ml gelöst) mit Placebo, die beide als 15-minütige Infusion alle drei Wochen über 15 Monate verabreicht worden waren. Anfänglich hatte die Studie noch einen dritten Behandlungsarm mit Zometa ® 8 mg beinhaltet. Da die Wirksamkeit dieser Dosis der empfohlenen Dosis (4 mg/15-minütige Infusion) vergleichbar war, die 8-mg-Dosis jedoch ein höheres Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen, wie zum Beispiel erhöhte Serumkonzentrationen von Kreatinin, zur Folge hatte, wurde die Dosis dieses Behandlungsarms auf 4 mg reduziert und der Arm nicht in die Wirksamkeitsanalyse aufgenommen.

Klinische Ergebnisse
Den Ergebnissen zufolge erlitten unter Zometa ® 4 mg im Vergleich zu Placebo 25 % weniger Patienten ein SKELETTBEZOGENES EREIGNIS (Zometa ® 33 % vs. Placebo 44 %; p=0,021). Die 15-Monats-Daten zeigten darüber hinaus, dass unter Zometa ® 4 mg bei einem kleineren Teil der Patienten eine pathologische Fraktur zu verzeichnen war als unter Placebo (Zometa ® 13 % versus Placebo 22 %; p=0,015).

Im Vergleich zur Placebo-Gruppe zeigten Patienten, die mit Zometa ® 4 mg behandelt wurden, ferner eine langsameres Fortschreiten der Schmerzen. Zwar fand sich bei allen Patienten im zeitlichen Verlauf im Mittel ein Anstieg des Gesamtscores für Schmerzen im Brief Pain Inventory (BPI), doch waren bei den Patienten unter Zometa ® 4 mg an allen Zeitpunkten die Zunahmen geringer ausgeprägt als unter Placebo (nach drei und nach neun Monaten statistisch signifikant).

Wissenswertes über das ossär metastasierende Prostatakarzinom
Bei Knochenmetastasen handelt es sich um die Ausbreitung von Krebszellen aus dem Primärtumor in den Knochen. Ossäre Metastasen oder Läsionen treten beim Prostatakarzinom häufig auf; Forschungsergebnissen zufolge bilden sich bei 65-75 % aller Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom Knochenmetastasen, wobei der Knochen oft der einzige Ort ist, wo Metastasen auftreten. Ein Teil der Studien hat ergeben, dass Komplikationen durch Metastasen die wichtigste Todesursache von Patienten mit Prostatakarzinom sind. Die Therapie von Knochenmetastasen kann deshalb den klinischen Verlauf günstig beeinflussen. Vor der Einführung von Zometa ® umfassten die Behandlungsoptionen bei Komplikationen von Knochenmetastasen Hormontherapie, Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und Analgetika gegen die Schmerzen.

Fakten zu Zometa ®
Zometa ® wurde von der FDA in den USA am 22. Februar 2002, in Kombination mit antineoplastischer Standardtherapie, zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom und solchen mit gesicherten Knochenmetastasen solider Tumoren zugelassen. Zu den untersuchten soliden Tumoren zählten das Prostatakarzinom, das Mammakarzinom und andere Arten von soliden Tumoren, wie zum Beispiel das Nierenkarzinom, das kolorektale Karzinom und das Bronchialkarzinom. Bei den Patienten mit Prostatakarzinom bestand ein Einschlusskriterium darin, dass es trotz mindestens einer Hormontherapie zu einer Progression gekommen war. Auch der Ausschuss für Arzneispezialitäten (Committee for Proprietary Medicinal Products, CPMP) der Europäischen Union (EU) hat zu Zometa ® in der genannten Indikation eine positive Stellungnahme abgegeben. In der Regel erteilt die EU-Kommission vier Monate nach einer positiven Beurteilung durch das CPMP einem Produkt die Zulassung.

Kontraindikationen und unerwünschte Nebenwirkungen
In klinischen Studien mit Patienten mit Knochenmetastasen wurde Zometa ® im Allgemeinen gut vertragen, wobei sein Sicherheitsprofil mit dem anderer intravenöser Biphosphonate vergleichbar war. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Nebenwirkungen umfassten ein grippeähnliches Syndrom (Fieber, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Skelettschmerzen), Müdigkeit, gastrointestinale Reaktionen, Anämie, Schwäche, Husten, Atemnot und Ödembildung. Zometa ® sollte in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Bei Patienten mit klinisch signifikanter Überempfindlichkeit auf Zoledronsäure oder andere Biphosphonate, oder auf einen der Hilfsstoffe in der Formulierung von Zometa ® , ist die Applikation von Zometa ® kontraindiziert.

Unter der Anwendung von Zometa ® und anderen Biphosphonaten wurde über Niereninsuffizienz berichtet. Vor der Verabreichung jeder Dosis von Zometa ® sollte deshalb eine Bestimmung des Serumkreatinins erfolgen. Vorsicht ist angebracht, wenn Zometa ® zusammen mit anderen potenziell nephrotoxischen Medikamenten verabreicht wird. Wegen der Gefahr einer klinisch signifikanten Verschlechterung der Nierenfunktion sollten die Einzeldosen von Zometa ® nicht über 4 mg liegen und die Infusionsdauer 15 Minuten nicht unterschreiten.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit. Im Jahr 2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 32,0 Milliarden (USD 19,1 Milliarden) und einen Reingewinn von CHF 7,0 Milliarden (USD 4,2 Milliarden). Der Konzern investierte rund CHF 4,2 Milliarden (USD 2,5 Milliarden) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 72 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

Dr. Michaela Paudler-Debus | MEDIENMITTEILUNG
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de.

Weitere Berichte zu: Biphosphonat Knochenmetastase Placebo Prostatakarzinom Schmerz Zometa

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik