Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie belegt kognitiven Nutzen bei Alzheimer Patienten unter Rivastigmin Therapie

15.07.2002


Unterstreicht die Bedeutung der Butyrylcholinesterase mit fortschreitender Erkrankung


Die Hemmung zweier Enzyme, denen bei der Alzheimer-Krankheit eine Schlüsselfunktion zukommt, durch Exelon Ò (Rivastigmin) korreliert nach der in der Juli-Ausgabe des Journal of Neural Transmission veröffentlichten Studie mit verbesserten kognitiven Funktionen (Gedächtnis, Denkvermögen und Lernleistungen) bei Alzheimer-Patienten.

Diese Erkenntnisse belegen erneut die zunehmend anerkannte Bedeutung eines dieser beiden Enzyme, der Butyrylcholinesterase (BuChE), bei fortschreitender Alzheimer-Krankheit und zeigen, dass durch Inhibition dieses Enzyms den betroffenen Patienten geholfen werden kann. “In der jüngeren Vergangenheit konzentrierten sich die meisten Ärzte und Wissenschaftler in erster Linie auf die Rolle der Acetylcholinesterase bei progredienter Alzheimer-Krankheit, und die Mehrzahl der eingesetzten Medikamente hatte als einzigen Angriffspunkt dieses Enzym,” erklärte Ezio Giacobini, MD, Hauptautor der Studie und Professor an der Geriatrischen Abteilung der Medizinischen Fakultät der Universität Genf, Schweiz. Er fügte hinzu: “Die Ergebnisse unserer Studie stehen im Einklang mit einer stetig wachsenden Datenmenge, der zufolge auch die Butyrylcholinesterase bei progredienter Alzheimer-Krankheit eine wichtige Rolle spielt; sie sprechen ferner dafür, dass Medikamente, die gleichzeitig die Butyrylcholinesterase und die Acetylcholinesterase hemmen, einen höheren klinischen Nutzen erbringen könnten, als solche, die lediglich die Acetylcholinesterase inhibieren.”


Die Alzheimer-Krankheit ist eine progredient verlaufende, degenerative Erkrankung, die Veränderungen im Gehirn bewirkt und Störungen des Gedächtnisses, des Denkens und des Verhaltens verursacht. Weltweit leiden etwa 15 Millionen Menschen und 5 bis 10 Prozent der über 65-jährigen an dieser Krankheit. Sie stellt damit die häufigste Form der Demenz und die dritthäufigste Todesursache nach den kardiovaskulären Erkrankungen und den malignen Neubildungen dar. Sie geht mit einer verminderten Signalübertragung zwischen Nervenzellen des Gehirns einher, insbesondere zwischen solchen, die sich des Neurotransmitters Acetylcholin bedienen.

Rivastigmin unterscheidet sich von allen anderen Vertretern seiner Wirkstoffklasse darin, dass es die Alzheimer-Krankheit behandelt, indem es beide Enzyme hemmt, die beim Abbau von Acetylcholin eine Schlüsselrolle spielen, die Acetylcholinesterase und die Butyrylcholinesterase, und auf diese Weise die Wirkung des Neurotransmitters verlängert. Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge kann die Butyrylcholinesterase bei fortschreitender Alzheimer-Krankheit eine zunehmend wichtige Funktion in der Regulation der Acetylcholinspiegel wahrnehmen.

Studiendesign und Ergebnisse
In dieser Studie bestimmten die Wissenschaftler mit Hilfe der computergestützten Neuropsychologischen Testbatterie [CNTB] die kognitive Leistungsfähigkeit von 18 Patienten mit leicht- bis mäßiggradiger Alzheimer-Krankheit, sowie gleichzeitig die Aktivitäten der Acetylcholinesterase (AChE) und der Butyrylcholinesterase (BuChE) im Liquor cerebrospinalis. Man geht davon aus, dass die jeweilige Aktivität dieser Enzyme im Liquor ihre Aktivität im Gehirn widerspiegelt. Die Rivastigmin-Dosen wurden mit einer Steigerungsrate von 1mg2xtgl./Woche auftitriert, bis alle Studienteilnehmer ihre Enddosis von 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 mg 2xtgl. (n=3 je Dosis) erreicht hatten. Nachdem alle Patienten wenigstens 3 Tage lang die Enddosis erhalten hatten, wurden erneut die CNTB-Scores ermittelt. Die Aktivitäten der AChE und der BuChE im Liquor cerebrospinalis und im Plasma wurden bis zu einem Zeitpunkt von 12 Stunden nach Applikation der Rivastigmin-Enddosis bestimmt.

Bedeutsamster Befund war der starke und konsistente Zusammenhang zwischen Inhibition der BuChE im Liquor cerebrospinalis durch Rivastigmin und verbesserter kognitiver Leistungsfähigkeit. Zwischen der Besserung des CNTB-Gesamtscores und der Hemmung der Aktivitäten von AChE (r=–0,56, p<0,05) und BuChE (r=–0,65, p<0,01) im Liquor cerebrospinalis bestand eine signifikante Korrelation. Geringere Verlangsamung, höhere Aufmerksamkeit und bessere Gedächtnisleistung im CNTB-Test korrelierten ebenfalls signifikant mit der Inhibition der BuChE-Aktivität, nicht jedoch mit der der AChE-Aktivität, im Liquor cerebrospinalis.

Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen im Gesundheitswesen mit seinem Kerngeschäft in den Bereichen Pharma, Consumer Health, Generika, Augenheilmittel und Tiergesundheit. Im Jahr 2001 erzielte der Konzern einen Umsatz von CHF 32,0 Milliarden (USD 19,1 Milliarden) und einen Reingewinn von CHF 7,0 Milliarden (USD 4,2 Milliarden). Der Konzern investierte rund CHF 4,2 Milliarden (USD 2,5 Milliarden) in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 72 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

### i Giacobini E, Spiegel R, Enz A, Veroff A, Cutler NR. Inhibition of acetyl- and butyryl-cholinesterase in the cerebrospinal fluid of patients with Alzheimer’s disease by rivastigmine: correlation with cognitive benefit. J Neural Transm 2002; 109:1053-1065. ii Ballard CG. Advances in the treatment of Alzheimer’s disease: benefits of dual cholinesterase inhibition. Eur Neurol 2002; 47(1):64-70.

Dr. Michaela Paudler-Debus | MEDIENMITTEILUNG
Weitere Informationen:
http://www.novartis.de.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten