Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

eBusiness: Mehr Einzelprojekt als Gesamtstrategie

12.08.2002

Obwohl 83 Prozent der mittelständischen Unternehmen im Einsatz von eBusiness einen "wichtigen Erfolgsfaktor" sehen, verfügt nur die Hälfte über eine konkrete eBusiness-Strategie und über die erforderlichen internen Strukturen. Dies geht aus einer Marktstudie für den Maschinenbau hervor, die von der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) durchgeführt wurde.

Befragt wurden 250 Unternehmen. Lediglich bei rund 16 Prozent werden die eBusiness-Aktivitäten von einer zentralen Stelle aus koordiniert. "In den meisten Fällen wird eBusiness im Tagesgeschäft noch immer als Einzelprojekt behandelt", so Ulrich Weilnhammer, eBusiness Projektleiter bei W&P. Infolge fehlender Strategie, Organisation und Koordination wurden bei diversen Unternehmen 20 bis 48 parallel-laufende eBusiness-Projekte ermittelt. Diese finden laut Weilnhammer zumeist unkoordiniert in den Bereichen Vertrieb, Marketing oder IT statt. In der Regel hat nicht einmal die Geschäftsführung eine Überblick über sämtliche eBusiness-Aktivitäten.

Besonders gravierend wirkt sich der Mangel an Koordination bei Unternehmen mit Auslandsniederlassungen und Tochterfirmen aus. "Hier sorgen individuelle Alleingänge dafür, dass ein Unternehmen in unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlichen Leistungen am Markt auftritt und sich gegenüber internationalen Kunden so buchstäblich selbst kannibalisiert", erklärt Weilnhammer. Die Folgen der mangelnden Abstimmung scheinen jedoch bekannt: So stellen die Mehrzahl der Befragten lange Projektlaufzeiten, hohe Reibungsverluste und wenig erfolgreich beendete eBusiness- Maßnahmen fest.

Mit eBusiness verbinden die Maschinenbau-Betriebe vorrangig folgende strategische Ziele: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (90 Prozent), Erhöhung von Kundenbindung und Kundenausschöpfung (88 Prozent), Angebot neuer Services (83 Prozent), Senkung der Prozesskosten (79 Prozent), Beschleunigung auf der Beschaffungsseite (74 Prozent). Für etwa die Hälfte hat eBusiness auch eine Bedeutung als Möglichkeit zur Mitarbeiterentwicklung. Nicht im strategischen Fokus von eBusiness stehen Prozessveränderung oder Umstrukturierung der Organisation.

Übereinstimmend betonten die Firmen, dass die Bedeutung von eBusiness als Leistungs- und Differenzierungsmerkmal künftig weiter zunehmen wird. Vor diesem Hintergrund wird das Servicegeschäft als zunehmend wichtiger als das Produktgeschäft eingeschätzt. Entsprechend müssen eBusiness-Lösungen jeweils markt- und zielgruppenspezifisch ausgerichtet sein.

Der Marktstudie zufolge führt im Maschinenbau zumeist marktseitiger Druck zur Einführung von eBusiness-Lösungen, da die Branche oftmals Vorgaben von Großkunden wie z. B. denen der Automobilkonzerne folgen muss. So machen inzwischen immer häufiger maßgeschneiderte Sonderanfertigungen das Kerngeschäft in der Branche aus. "Eine marktspezifische Ansprache und eine überzeugende Produktpräsentation zählen zu den neuen Erfolgsfaktoren", so Weilnhammer. Dies schließe zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen ebenso ein wie bedarfsgerechte Serviceportfolios. Der eBusiness-Trend im Maschinenbau geht vom "Produktbaukasten" zum individuellen "Servicebaukasten".

Ulrich Weilnhammer | ots

Weitere Berichte zu: Einzelprojekt Marktstudie Maschinenbau W&P Weilnhammer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie