Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanotechnologie: Forschungszweig mit Riesenpotenzial

31.07.2002


Nur mit "glasklarer Idee" auch erfolgversprechend - Hype könnte in zwei bis fünf



Nanotechnologie, die "Wissenschaft der kleinen Teilchen", hat das Potenzial, nach dem IT- den nächsten Hype auszulösen. In einer vom internationalen Venture-Capital-Unternehmen 3i in Auftrag gegebenen Studie gaben rund 36 Prozent der Befragten an, dass bereits in den kommenden Jahren wirtschaftlich sinnvolle Applikationen auf den Markt kommen werden. Der Erfolg, vor allem von Nano-Start-ups hänge allerdings ganz stark von einer sorgfältigen Forschungs- und Geschäftsplanung ab, so 3i-Österreich-Geschäftsführer Reinhard Jonke heute, Mittwoch, vor Journalisten. "Start-ups müssen eine glasklare Idee haben, was sie den Kunden bieten können und was diese brauchen." In Österreich bestehen die besten Chancen in den Bereichen Solarenergie, Lackierungsverfahren und Sicherheitstechnologien.



In der Studie "Size Matters, Building a Successful Nanotechnology Company" wurden weltweit rund 100 Wissenschaftler, Investoren, Banker, Top-Manager und Analysten befragt, die sich mit Nanotechnologie (ein Nanometer ist ein Milliardstel eines Meters) beschäftigen. Der Grundtenor lag darin, dass Nanotechnologie zwar als die Wissenschaft der Zukunft eingestuft wird, kommerziell verwertbare Technologien aber noch Zeit benötigen. "Nanotechnologie ist eine sehr komplexe Theorie mit einer langen Vorlaufzeit", so Jonke. Seit 1969 wird intensiv geforscht. Von einem wirklichen "Markt" könne man im Moment noch nicht sprechen. Fast alle großen Konzerne aus den Bereichen EDV, Gesundheitswesen, Kommunikation, Fertigung, Energie oder Umwelt würden bereits über Nano-Forschungseinheiten verfügen. Auch die EU sieht in der Nanotechnologie großes Potenzial. Die Förderungen in diesem Bereich haben sich von 1997 bis 2000 von 130 auf 184 Mio. Euro erhöht. 2001 waren es bereits Gelder in Höhe von 300 Mio. Euro. Im Rahmen des 6. Rahmenprogramms (2003 bis 2006) wird die EU weitere 700 Mio. Euro in die Nanoforschung stecken (siehe pte: http://www.pte.at/pte.mc?pte=020613028 ).

Derzeit gibt es weltweit rund 25 Nano-Start-ups, vornehmlich in den USA und Großbritannien. Die USA sind vor allem in den Bereichen Pharma/Medizin, Materialien und Fertigung führend, Asien im Bereich Electronics und Europa, hier vor allem Deutschland, ist Spitzenreiter in der chemischen Industrie. Die USA verfügen über 2.716 Nano-Patente, Asien über 2.213 und Europa über 1.873. Der wahre Hype werde in den kommenden zwei bis fünf Jahren einsetzen, in einigen Bereichen könne es allerdings noch 15 Jahre daueren. "Allein in Österreich wird es bis 2007 rund 20 Nano-Start-ups geben", meinte Jonke. Eine zentrale Anforderung für ein Nano-Start-up liege auch darin, in Zusammenarbeit mit der Industrie Applikationen entwickeln, die auch wirklich gebraucht werden, bringt es Jonke auf den Punkt. "Es sollte immer der Gedanke im Vordergrund stehen, eine bestimmte Aufgabe lösen zu wollen." Nur dann kann ein Nano-Start-up auch wirtschaftlich erfolgreich sein.

| pte
Weitere Informationen:
http://www.3i.com
http://www.pte.at/pte.mc?pte=020613028

Weitere Berichte zu: Forschungszweig Hype Nano-Start-up Nanotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie