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Qualifizierte Finanz-Beratung ist oft reine Glückssache

25.07.2002


Studie zur Beratungsqualität der größten deutschen Finanzdienstleister

Die Beratungsqualität der größten deutschen Finanzdienstleister ist bestenfalls Mittelmaß. Die Leistung der einzelnen Berater schwankt enorm, so dass die Qualität der Finanzberatung für den Kunden zu einem reinen Glücksspiel wird. Dies ergab eine Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young, in der die Beratungsleistung der sechs größten deutschen Finanzvertriebe geprüft wurden. Die Unternehmensberater testeten stichprobenartig 42 Finanzberater in sieben Städten bei Anlagegesprächen auf Herz und Nieren. Dabei wurden zum einen die formalen Kriterien geprüft, zum anderen der Gesamteindruck des Gesprächs benotet. Das Ergebnis: Gesamtsieger wurde die Bonnfinanz AG mit der Note 2,8 vor dem Heidelberger Unternehmen MLP (2,9) und der Hamburger Tecis AG (3,0). Nicht mehr zufriedenstellend dagegen die Leistung der Deutschen Vermögensberatung AG und der OVB Vermögensberatung, beide mit der Gesamtnote 3,3. Schlusslicht ist das Hannoveraner Unternehmen AWD mit der Note 3,6.

Besonders im Hinblick auf die Bewertung der Finanzberatungsleistung über die formalen Kriterien hinaus, zeigte die Studie gravierende Qualifikationsunterschiede. Sieger in diesem Feld ist Bonnfinanz auch hier mit der Note 2,8. Was die formalen Kriterien wie etwa Termintreue, Produktkenntnis und Risikoaufklärung betrifft, konnte sich MLP gegenüber der Konkurrenz als Sieger behaupten (Note 2,6).

"Leider haben wir häufig festgestellt, dass die Mehrzahl der Finanzberater mit Standardkonzepten arbeiten, dabei bleibt die individuelle Lösung häufig auf der Strecke", kritisiert Robert E. Bopp, Leiter der Studie und Senior Business Consultant bei Cap Gemini Ernst & Young Deutschland in Sulzbach/Taunus. Zudem werden die Anlagevorschläge von Provisionen und Abhängigkeiten zu angeschlossenen Finanzdienstleistern beeinflusst. Unangenehm fiel bei der Prüfung auf, dass die Vertriebsleute stets versuchten, von den Testkunden nicht gewünschte Produkte wie beispielsweise Bausparverträge zu verkaufen. Klare Defizite deckte der Qualitätstest auch in Sachen Fondswissen auf. "Bei unserem Test der Finanzoptimierer waren vielen Portfolio-Mischung und Risikostreuung ein Fremdwort", bemängelt Bopp und beruhigt: "Grundsätzlich lieferten unsere Gesprächspartner aber solide Anlageempfehlungen mit durchaus realistischen Renditeerwartungen ab und wurden auch den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes gerecht."

Lesen Sie hierzu auch den Artikel auf der Website von Capital.

Die Ergebnisse der Studie stellen wir Ihnen hier zum Download zur Verfügung

Thomas Becker | ots

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