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Punktmutation führt zu höherem Diabetes-Risiko

23.07.2008
Forschern des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist es gelungen nachzuweisen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung in Abhängigkeit einer bestimmten Erbgut-Variation zu einer Abnahme des Diabetes-Risikos beiträgt.

Dabei machten sie das Gen TCF7L2 als dasjenige aus, das diesen positiven Effekt auslöst. Bei einer Punktmutation dieses Gens kehrt sich dieser positive Effekt jedoch in einen negativen um.

"Bei dieser Mutation wird die Base Cytosin (C) durch die Base Thymin (T) ersetzt", erläutert Gisela Olias, Sprecherin des DIfE, auf pressetext-Nachfrage. Bekannt war bisher, dass Träger dieser Mutation ein erhöhtes Diabetes-Risiko haben, da bei Ihnen die Insulinausschüttung vermindert wird. Die Potsdamer-Studie zeigte nun jedoch, dass sie im Gegensatz zu Trägern des nicht mutierten TCF7L2-Gens auch weniger positiv auf diabetesrisikosenkende Produkte wie Vollkornbrot reagieren.

"Wir konnten nachweisen, dass bei Studienteilnehmern, die keine Mutation haben, das Diabetes-Risiko um 14 Prozent pro täglich verzehrten 50 Gramm eines Vollkornproduktes sinkt", so Olias. Dies entspricht einer Scheibe Vollkornbrot. Olias fügte hinzu, dass bei Mehrfachkonsum von Vollkornprodukten das Risiko an Diabetes zu erkranken weiter sinkt. "Jedoch kann man nicht sagen, wenn man acht oder neun Scheiben Vollkornbrot am Tag isst, bekommt man niemals Diabetes - das ist von Mensch zu Mensch verschieden", sagt Olias. Diese Mutation - hin zur Variante TC oder TT - führe dazu, dass ihre Träger im Hinblick auf das Diabetes-Risiko keinerlei positive Reaktion auf den Verzehr von Vollkornprodukten zeigten.

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"Ernährungsempfehlungen sind heute oftmals eher allgemein gehalten und werden deshalb oft nicht angenommen", erzählt Olias. Ziel der Wissenschaftler ist es, derartige Empfehlungen zu personalisieren, um so die Bereitschaft zu erhöhen, Ernährungsratschläge anzunehmen. "Derzeit weiß aber so gut wie niemand, welche Erbmaterialien er genau hat und somit ist es nahezu unmöglich, individuell perfekte Ernährungspläne aufzustellen. Zudem weiß man heute auch noch zu wenig über das Zusammenspiel zwischen Erbgut und Ernährung", so Olias. Von daher gehen die Forscher auch nicht davon aus, dass ihre aktuelle Entdeckung in naher Zukunft gravierende Auswirkungen auf die Ernährungsberatung haben wird. "Wir machen Grundlagenforschung, die vielleicht in zehn Jahren zu greifbaren Ergebnissen führen wird", ergänzt Olias.

Das DIfE-Team empfiehlt im Allgemeinen und auch Trägern der T-Mutation weiterhin Vollkornprodukte zu essen. Denn diese seien nicht nur bei Diabeteserkrankungen gut, sondern können zudem dazu beitragen, das Risiko an Darmkrebs und Herz-Kreislaufbeschwerden zu erkranken zu senken. "Des weiteren ist unser Rat an Träger der T-Variation, besonders auf ihr Gewicht und ausreichende Bewegung zu achten", so Olias. Denn im Rahmen eines US-amerikanischen Forschungsprogramms haben Wissenschaftler bereits nachgewiesen, dass durch Gewichtsreduktion sowie körperliche Aktivität der negative Einfluss der T-Variation wieder ausgeglichen werde.

Für die Studie hat das DIfE die Daten von 3.000 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren ausgewertet, von denen 798 an einem Typ-2-Diabetes erkrankt waren. Bei etwas weniger als der Hälfte der Probanden wurde dabei die T-Mutation des Gens TCF7L2 gefunden.

Erik Staschöfsky | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dife.de

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