Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was bringt der Computer in der Pflege?

23.07.2008
Studie der KU zum Nutzen elektronischer Pflegedokumentation in Altenheimen

Immer mehr Heime in Deutschland setzen Fachsoftware zur Planung und Dokumentation der Pflege ein. Doch viele Träger zögern noch; nicht wenige halten dies für nutzlose Technikspielerei.

Auch die Meinungen der Experten sind gespalten. Die Arbeitsstelle für Sozialinformatik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) untersuchte nun unter Leitung von Prof. Helmut Kreidenweis erstmals systematisch, wie sich der Einsatz Software auf Pflegequalität, Arbeitseffizienz und Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt.

An der Studie nahmen drei Standorte des Eigenbetriebs leben&wohnen der Stadt Stuttgart teil, die das Programm "sic pflegeassistent" nutzen. Die Untersuchungsmethodik umfasste eine Befragung von Mitarbeitern und externen Fachkräften, eine Stichproben-Analyse der Pflegedokumentation sowie eine Meta-Analyse externer Qualitätsprüfungsberichte.

... mehr zu:
»Arbeitseffizienz

Die Ergebnisse zeigen in den drei untersuchten Dimensionen unterschiedliche, aber durchweg erkennbare Nutzenseffekte. So sind etwa drei Fünftel der befragten Pflegekräfte der Ansicht, die Software hätte zu einer Verbesserung der Pflegequalität geführt und zwei Drittel fühlen sich besser über aktuelle Vorkommnisse informiert. Ein ähnliches, jedoch etwas weniger ausgeprägtes Bild zeigt sich bei den externen Fachkräften.

Die Ergebnisse der Dokumentationsanalyse bestätigen diese Daten: Strukturiertheit und Konsistenz haben sich nach der Software-Einführung deutlich verbessert. Allerdings werden bei textbasierten Informationen teils auch Schwächen der elektronischen Dokumentation erkennbar.

Die Effekte auf die Arbeitseffizienz sind überwiegend positiv: 61 Prozent der Befragten nehmen eine Zeitersparnis gegenüber dem zuvor eingesetzten handschriftlichen System war. Mehr Zeit für Bewohner empfindet aber nur ein knappes Fünftel. Dennoch zeigt sich eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit: 93 Prozent der Pflegenden fühlt sich von der Software entlastet, sehr stark sind diese Effekte nach mehrheitlicher Meinung aber nicht.

Bemerkenswert sind diese Ergebnisse insbesondere auf dem Hintergrund des durchschnittlichen Alters der befragten Pflegekräfte von 44 Jahren. Dazu beigetragen haben sicherlich die Qualität der Schulung und Anwenderunterstützung, die ebenso wie die Bedienerfreundlichkeit des Programms und der Zugang zu PCs überwiegend positiv beurteilt werden.

Der Studie kann keine Repräsentativität bescheinigt werden, da sie sich nur auf den Einsatz eines Programmes bei einem Träger bezieht. Dennoch zeigt sie erstmals auf wissenschaftlicher Basis, dass bei Einsatz entsprechender Programme und unter guten Rahmenbedingungen spürbare Positiveffekte mit Pflegesoftware erzielbar sind.

Der komplette Studientext ist kostenfrei zum Download verfügbar unter http://www.sozialinformatik.de in der Rubrik "Projekte".

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku-eichstaett.de

Weitere Berichte zu: Arbeitseffizienz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten