Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tabakpflanzen bekämpfen Krebs

23.07.2008
Wirksamkeit eines Impfstoffes wird noch geprüft

Die Tabakpflanze, verantwortlich für Millionen von Krebserkrankungen, könnte es auch ermöglichen eine Form dieser Krankheit zu behandeln.

Wissenschaftler der Stanford University nutzten die Pflanze, um entscheidende Bestandteile eines Impfstoffes zu züchten. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlichte Studie hält es für möglich, dass damit eine bestimmte Form von Lymphomen behandelt werden kann.

Das Team um Ronald Levy nutzte die Tabakpflanzen zur Herstellung für eine Antikörper-Chemikalie, die spezifisch auf jene Zellen reagiert, die das follikuläre B-Zellen-Lymphom verursachen, eine Form von Non-Hodgkin-Lymphomen. Diese Antikörper erhielt ein Patient, bei dem die Krankheit erst neu diagnostiziert wurde. Ziel war es, das Immunsystem dazu anzuregen alle Zellen anzugreifen, die sie in sich tragen. Ist dieser Ansatz erfolgreich, würde der Körper die Lymphom-Zellen erkennen und zerstören. Die Antikörper jedes Patienten sind jedoch unterschiedlich und müssten daher rasch nach der Diagnose hergestellt werden.

... mehr zu:
»Antikörper »Impfstoff »Virus

Dieser Ansatz ist laut BBC nicht neu. Es gab bereits Versuche, diese Antikörper in den Zellen von Tieren zu züchten. Die dabei erzielten Ergebnisse waren unterschiedlich Erfolg versprechend. Einen Antikörper mit Hilfe eine Pflanze zu produzieren, wäre jedoch deutlich billiger und bedeutete theoretisch auch weniger Risiko für die Patienten. Zellen von Tieren können immer wieder unbekannte Viren in sich tragen. Bisher wurde der experimentelle Impfstoff erst an einer Handvoll Menschen gestestet, auch um mögliche Nebenwirkungen festzustellen. Daher ist derzeit nicht bekannt, wie wirksam er in der Bekämpfung der Krankheit an sich wirklich ist.

Das Verfahren selbst ist relativ überschaubar. Sind die Krebszellen eines Patienten isoliert, wird das für die Produktion des Antikörpers verantwortliche Gen extrahiert und dem so genannten Tabakmosaikvirus (TMV) hinzugefügt. Die Pflanzen werden in einem nächsten Schritt mit dem Virus infiziert. Das zusätzliche Gen beginnt damit, große Mengen des Antikörpers zu produzieren.

Nach einigen Tagen werden einige Tabakblätter geerntet, zerkleinert und der Antikörper daraus extrahiert. Wenige Pflanzen sind ausreichend, um genug Impfstoff für einen Patienten herzustellen. Charles Arntzen von der Arizona State University http://www.asu.edu warnte davor, dass die schiere Geschwindigkeit des Verfahrens Menschen dazu bringen könnte, auf einen maßgeschneiderten Impfstoff zu warten und andere Behandlungsmöglichkeiten nicht wahrzunehmen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu

Weitere Berichte zu: Antikörper Impfstoff Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten