Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologische Vielfalt als Hobby

22.07.2008
Studie untersucht die Erhaltung seltener Pflanzen und Tiere durch Privatpersonen

Hühnerzüchter, Kaninchenzüchter oder auch Personen, die seltene Kartoffeln anbauen: Was sind das eigentlich für Leute? Und welche Rolle spielen Sie bei der Erhaltung seltener Kulturpflanzen und Nutztiere?

Bisher gab es nur sehr wenige Informationen darüber, obwohl diese Aktivitäten einen wichtigen Beitrag leisten können, dem Verlust an biologischer Vielfalt entgegenzuwirken. Dr. Josef Efken vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Braunschweig hat nun einen ersten Versuch unternommen, diese Personengruppe und ihre Tätigkeiten mit Hilfe einer online-Befragung zu charakterisieren.

Von 4000 Personen, die seltene Nutztiere oder Nutzpflanzen erhalten und die er bundesweit mit einem Fragebogen angesprochen hatte, haben fast 500 geantwortet. Die Auswertung dieser Fragebögen hat Efken nun in einem Arbeitsbericht des vTI niedergelegt. Auch wenn diese Stichprobe nicht unbedingt repräsentativ ist, liegt nun zum ersten Mal in Deutschland eine Untersuchung in dieser Größenordnung vor.

Bei den seltenen Tieren, die durch die Liebhaber erhalten werden, handelt es sich in erster Linie um Rassen von Hühnern und Schafen, gefolgt von Kaninchen, Hunden, Schweinen, Pferden und Ziegen. Im Pflanzenbereich stehen vor allem seltene Sorten von Obst, Gemüse, Kartoffeln sowie Gewürzen und Arzneipflanzen hoch im Kurs.

Das Engagement der Befragten ist mit durchschnittlich 13 Stunden pro Woche hoch. 60 Prozent von ihnen sind in irgendeiner Form mit der Landwirtschaft verbunden, was immerhin heißt, dass 40 Prozent sich in diesem Bereich engagieren, ohne einen direkten Bezug zur Landwirtschaft zu haben. Der Personenkreis befürwortet weit überwiegend den ökologischen Landbau und steht der konventionellen Züchtung sowie der Sortenschutz-Gesetzgebung kritisch gegenüber. Erhalten durch Essen beziehungsweise Erhalten durch Vermarkten, zum Beispiel über Hofläden, wird deutlich unterstützt, wie ebenso ganz allgemein das marktwirtschaftliche System. Es handelt sich also nicht um generelle 'Systemkritiker'.

Der überwiegende Teil der Befragten vermarktet seine Erzeugnisse, vor allem die Tierhalter. Allerdings schätzt nur knapp die Hälfte der Befragten die eigenen Fähigkeiten in den Bereichen on-farm-Management und Vermarktung als ausreichend ein. Der geringe Organisationsgrad insgesamt - rund ein Viertel der Befragten sind keiner entsprechenden Vereinigung oder Initiative angeschlossen - sowie die eher zersplitterte Organisationsstruktur des Bereiches erschweren eine wirksame Interessenvertretung.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de
http://www.vti.bund.de/de/institute/ma/publikationen/bereich/ab_05_2008_de.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit