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Heuschnupfen-Medikament hilft gegen Alzheimer

18.07.2008
Dimebon verbessert Symptome bei leichter bis mittelschwerer Demenz

Ein Medikament, das eigentlich zur Behandlung von Heuschnupfen eingesetzt wurde, verbessert die Symptome bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Alzheimer-Erkrankung deutlich. Dimebon war früher in Russland als Antihistamin zugelassen und wurde später von besser geeigneten Medikamenten abgelöst.

Wissenschaftler des Baylor College of Medicine haben jetzt nachgewiesen, dass es Gedächtnis, Verhalten und die Fähigkeit, einfache Aktivitäten durchzuführen, verbessern kann. Zu den einfachen Aktivitäten gehört unter anderem das Essen. Experten wie Rebecca Wood vom Alzheimer's Research Trust äußerten sich zu dieser Entdeckung vorsichtig optimistisch. Es sei zu begrüßen, dass eine dritte Phase der Tests geplant ist. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

An der Studie nahmen 183 Personen teil, die an einer bis zu diesem Zeitpunkt unbehandelten leichten bis mittelschweren Demenz litten. Bei den in Russland durchgeführten Tests erhielt die eine Hälfte der Teilnehmer 20 Milligramm Dimebon drei Mal täglich. Die andere Hälfte erhielt ein Blindpräparat. Nach sechs Monaten wurden Aufgaben wie das Merken einer Liste von Wörtern und das Lösen einfacher Aufgaben gestellt. Jene, die das Medikament erhalten hatten, erzielten vier Punkte weniger auf jener Skala, die zur Feststellung der Schwere der Erkrankung eingesetzt wird. Sie schnitten auch besser ab als zu Beginn der Studie. Bei jenen, die das Blindpräparat eingenommen hatten, verschlechterte sich der Zustand im gleichen Zeitraum.

Bei einer kleineren Gruppe der Patienten wurde der Test weitere sechs Monate fortgeführt. Sie erzielten bei der Überprüfung sogar einen um sieben Punkte niedrigeren Wert. Derzeit ist es nicht klar, wie genau das Medikament wirkt, berichtet BBC Online.

Bei Versuchen mit Tieren wurde jedoch nachgewiesen, dass es bei den Nervenzellen im Gehirn eine schützende Wirkung haben kann. Die leitende Wissenschaftlerin Rachelle Doody betonte, dass vor allem die laufende Verbesserung der Werte von entscheidender Bedeutung sei. "Bisher hat keine der zugelassenen Therapieformen für leichte bis mittelschwere Alzheimer-Erkrankungen über einen Zeitraum von zwölf Monaten eine zunehmende Verbesserung des Zustandes der Patienten erzielen können."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bcm.edu

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