Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie belegt: Herz-Scan im Dual-Source-Computertomographen mit weniger Dosis möglich

17.07.2008
Eine neue Studie zeigt, dass sich mit Dual-Source-Computertomographie die effektive Dosis bei einer Herzuntersuchung im Vergleich zur konventionellen Computertomographie bedeutend senken lässt.

Ein weiteres Ergebnis: Stenosen können mit einer ebenso hohen Treffsicherheit und Genauigkeit diagnostiziert werden, wie bei einer invasiven Röntgen-Angiographie. An der Universitätsklinik in Zürich wurden 120 Patienten mit Verdacht auf koronare Herzerkrankung in einem Somatom Definition von Siemens Healthcare, dem weltweit ersten Computertomographen (CT) mit zwei Röntgenröhren, gescannt.

Dabei wurde erstmals die Siemens-Applikation Adaptive Cardio Sequence mit dem Step-and- Shoot-Modus auch für einen Dual-Source-CT verwendet. Die Ergebnisse der Studie sind in der diesjährigen Juni-Ausgabe von „Heart”, dem offiziellen Journal der British Cardiovascular Society, veröffentlicht.*

Die Angiographie ist ein diagnostisches Verfahren zur Abklärung der koronaren arteriellen Verschlusskrankheit. Für die Untersuchung werden üblicherweise Angiographie-Geräte im Katheterlabor sowie Computertomographen (CT) verwendet, wobei bei der Computertomographie die Frage nach der Strahlendosis eine große Rolle spielt. Forscher an der Universitätsklinik in Zürich wollten nun klären, ob sich die Dosis während einer CT-Angiographie noch weiter als bisher reduzieren lässt.

Die Forscher untersuchten 120 Patienten, bei denen der Verdacht auf koronare Herzerkrankung bestand, in einem Somatom Definition von Siemens, dem weltweit ersten Computertomographen mit zwei Röntgenröhren.

Sie wandten dabei erstmals die neue Applikation „Adaptive Cardio Sequence“ an, welche von Siemens kürzlich für alle Somatom-Definition-Scanner entwickelt wurde. Die Applikation basiert auf dem Step-and-Shoot-Verfahren, bei dem die jeweils nächste Diastole, also Ruhephase des Herzens, berechnet und nur diese Phase des Herzzyklus zur Bilddatengewinnung verwendet wird. Die Kombination aus Adaptive Cardio Sequence und der höchsten zeitlichen Auflösung von 83 Millisekunden eines Dual-Source-CT macht diese Berechnung besonders zuverlässig und führt zu einer deutlichen Dosisreduktion.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die CT-Koronarangiographie mit einem Dual-Source-CT im Step-and-Shoot-Modus bei Patienten mit stabilen Herzraten bis zu 70 bpm (beats per minute) Bilder von ausgezeichneter diagnostischer Qualität ergibt. Bemerkenswert ist außerdem die erzielte Dosisreduktion im Vergleich zur bisherigen CT-Angiographie.

In unserer Studie benötigten wir eine effektive Dosis von durchschnittlich 2,5 mSv (Millisievert) mit einer Abweichung von plus/minus 0,8 mSv. In der Literatur wird von einer üblichen durchschnittlichen effektiven Dosis für Herz-Scans zwischen 9 und 21 mSv berichtet", sagte Dr. Hatem Alkadhi, Facharzt für Radiologie am Institut für Diagnostische Radiologie, Universitätsspital Zürich, Schweiz.

Die Adaptive Cardio Sequence ergänzt das Step-and-Shoot-Verfahren um intelligente Algorithmen, die die Herzfrequenz des Patienten überwachen und bei Bedarf auf Arrythmien, wie Extrasystolen oder zusätzliche Herzschläge, reagieren. In diesem Fall wird die Aufnahmephase automatisch verschoben, um Bildfehler aufgrund der plötzlichen Bewegung zu vermeiden. Zusätzlich lässt sich nötigenfalls das Aufnahmefenster noch etwas verbreitern, so dass mit der Adaptive Cardio Sequence die Robustheit des CTScans insgesamt deutlich erhöht wird.

„Die Sicherheit der Patienten steht für Siemens seit jeher im Fokus der CT-Entwicklung. Gleichzeitig sehen wir es als höchste Verpflichtung, Ärzten beste diagnostische Bildqualität an die Hand zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihren Workflow so effizient wie möglich zu gestalten. Mit dieser Strategie hat sich Siemens erfolgreich als Marktführer in der CT-Technologie positioniert“, sagte Dr. Sami Atiya, Chief Executive Officer Computertomograpie, Siemens Healthcare Sector. „Innovationen zur Dosisreduktion in Verbindung mit verbesserter diagnostischer Bildqualität sind bei uns von höchster Wichtigkeit. Deshalb haben wir unsere Adaptive Cardio Sequence auch für den Dual-Source-CT weiterentwickelt. Die Studie aus Zürich bestätigt uns, dass die Verbindung von Step-and-Shoot und Dual-Source-CT die Dosis bei Herz-Scans tatsächlich signifikant reduziert.“

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,32 Mrd. €.

*H. Scheffel, MD, H. Alkadhi, MD, S. Leschka, MD, A. Plass, L. Desbiolles, I. Gruber et al: Low-Dose CT Coronary Angiography in the Step-and-Shoot Mode: Diagnostic Performance, in Heart online, 2 Jun 2008

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Berichte zu: Adaptation Computertomograph Herz-Scan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten