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Marathonlaufen senkt Herzinfarktrisiko nicht

17.07.2008
Positive Wirkung auf Blutdruck und Cholesterin jedoch unbestritten

Marathonlaufen verringert zwar den Bluthochdruck und schlechte Cholesterinwerte, jedoch nicht wie bisher angenommen das Risiko zur Koronarsklerose.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Westdeutschen Herzzentrums Essen. "Das heißt also, dass auch Marathonläufer ein durchaus erhöhtes Herzinfarktrisiko im höheren Alter haben können", erklärt Stefan Möhlenkamp, Facharzt für Innere Medizin / Kardiologie am Herzzentrum Essen, gegenüber pressetext.

Möhlenkamp und sein Team haben für die Studie 110 männliche Marathonläufer, die alle über 50 Jahre alt waren, und mindestens fünf Marathons in den zurückliegenden drei Jahren absolviert haben, untersucht. "Wichtig für die Untersuchung war, dass keiner der Studienteilnehmer eine bekannte Herzkrankheit aufwies, beziehungsweise eine Blutzuckererkrankung hatte", fährt Möhlenkamp fort. Neben eingehenden Befragungen zu Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Läufer, unterzogen die Essener Wissenschaftler sie Ultraschalluntersuchungen, EKGs und Herz-Computertomographien.

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Läufer, die im Schnitt 20 Marathonläufe absolviert hatten, ein wesentlich günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil aufwiesen. "Das heißt sie sind im Schnitt dünner, haben niedrigeren Blutdruck und bessere Cholesterinwerte", erläutert Möhlenkamp, "Man kann sagen, die Männer haben sich ihre Risikofaktoren gesund gelaufen." Das Risiko an Koronarsklerose zu erkranken - was im Endstadion zum Herzinfarkt führen kann - wurde durch das Laufen jedoch nicht verringert. Gleichaltrige Männer aus der Normbevölkerung, die ein vergleichbar günstiges Herz-Kreislauf-Risiko aufwiesen, hatten dagegen sogar seltener eine fortgeschrittene Koronarsklerose.

Ein Grund dafür könnte nach Ansicht der Forscher die Zunahme der Herzmuskelmasse sein. Ob und welcher genaue Zusammenhang zwischen der Vergrößerung des Herzmuskels und eines erhöhten Herzinfarktrisikos besteht, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Eines habe die Studie jedoch gezeigt: Laufen ist für die Gesamtvitalität des Körpers, die Lebensqualität und die Senkung der Herzinfarkte sehr fördernd. "Laufen ist in jedem Alter gesund, doch es kommt sehr auf die richtige Dosierung an", sagt Möhlenkamp, "gerade Marathonläufe sind eine Extrembelastung für den Körper." Wie vor der Besteigung eines Berges oder vor einem Tauchgang rät er auch vor einem derartigen Lauf, sich intensiv medizinisch durchchecken zu lassen und mit dem Arzt mögliche Risiken zu besprechen.

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-essen.de

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