Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überleben mit Krebs: Geld spielt entscheidende Rolle

17.07.2008
Ausgaben für Gesundheitsversorgung beeinflussen Überlebensrate

Bei den Überlebensraten von Krebspatienten gibt es weltweit große Unterschiede. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie unter der Leitung von Michel Coleman von der London School of Hygiene and Tropical Medicine gekommen.

Amerika, Australien, Kanada, Frankreich und Japan verfügten über die höchsten Überlebensraten innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren. Algerien schnitt laut dem Fachmagazin Lancet Oncology am schlechtesten ab. Im Vergleich zu den meisten westlichen Nachbarländern wies aber auch Großbritannien relativ schlechte Ergebniss auf. Die für die Studie ausgewerteten Daten stammen aus den 1990er Jahren.

Ausgaben für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung waren in allen 31 untersuchten Staaten ein entscheidender Faktor. Die Wissenschaftler betonten, dass höhere Ausgaben oft auch bedeuteten, dass Tests und Behandlung rascher zugänglich waren. Durchgeführt wurde die Studie weltweit von mehr als 100 Wissenschaftlern. Analysiert wurden unter anderem die Daten von mehr als zwei Millionen Krebspatienten, die in den neunziger Jahren eine entsprechende Diagnose und Behandlung erhielten.

... mehr zu:
»Krebserkrankung

In Amerika waren die Überlebensraten bei Brustkrebs mit 83,9 Prozent und bei Prostatakrebs mit 91,9 Prozent erfreulich hoch. Japan schnitt am besten bei männlichen Patienten mit Darmkrebs oder rektalen Krebserkrankungen ab. 63 bzw. 58,2 Prozent der Patienten überlebten die Erkrankung. Frankreich wies bei diesen Krebserkrankungen im Gegensatz dazu mit 60,1 bzw. 63,9 Prozent die besten Werte bei den Patientinnen auf.

In Großbritannien lag die Überlebensrate bei Brustkrebs bei 69,7 Prozent. Mit etwas mehr als 40 Prozent überlebten deutlich weniger Patientinnen und Patienten allerdings Krebserkrankungen des Darmes oder des Rektums. Auch bei Prostatakrebs lag der Wert nur bei 51,1 Prozent. Algerien, das einzige afrikanische Land in der Studie, schnitt bei allen Krebsarten am schlechtesten ab. Das bedeutet konkret, dass ein Amerikaner vier Mal eher eine Prostatakrebs-Erkrankung überlebte als ein algerischer Patient. Ein japanischer Mann überlebte sechs Mal eher einen Darmkrebs. Polen, Slowenien, Brasilien und Estland verfügten über Überlebensraten, die gerade einmal halb so gut waren wie in den besten Ländern.

Diese Ergebnisse spiegelten sehr genau, den Betrag, den jedes dieser Länder in diesem Zeitraum für das Gesundheitswesen ausgab. Während Amerika mehr als 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheit ausgab, wendeten Kanada, Australien und die besten europäischen Länder zwischen neun und zehn Prozent auf. In Algerien lag dieser Wert bei nur rund vier Prozent. Die Bedeutung des Geldes wurde durch die ethnische Analyse der Ergebnisse in Amerika weiter verstärkt. Weiße Amerikaner, die allgemein größere finanzielle Möglichkeiten haben und sich daher auch eher eine entsprechende Versicherung leisten können, überlebten um 14 Prozent eher eine Krebserkrankung.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.lshtm.ac.uk

Weitere Berichte zu: Krebserkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten