Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überwiegend gute Beschäftigungssituation für Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen des Abschlussjahrgangs 2001

16.07.2008
Die Berufswege der Absolvent(inn)en sind ein wichtiger Indikator für die Qualität und Effektivität der Ausbildung an den Hochschulen. Neue Erkenntnisse dazu liefert die jüngste Absolventenstudie der HIS Hochschul-Informations-System GmbH unter dem Titel "Der Absolventenjahrgang 2000/2001 fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss - Berufsverlauf und aktuelle Situation". Die im Winter 2006/07 erhobenen Informationen sind in dem Bericht für 30 Fachrichtungen differenziert dargestellt.

Hohe Erwerbsquote fünf Jahre nach dem Examen

Viele der in dem Bericht dargestellten Indikatoren zeigen, dass sich die berufliche Situation der Hochschulabsolvent(inn)en fünf Jahre nach dem Examen deutlich konsolidiert hat. Trotz der zwischen 2004 und 2006 sehr schwierigen Situation am Arbeitsmarkt gingen im Winter 2006/07 fast 90 Prozent der Fachhochschulabsolvent(inn)en und 85 Prozent der Universitätsabsolvent(inn)en einer regulären Erwerbstätigkeit nach.

Arbeitslosigkeit, langfristig ausgeübte Übergangstätigkeiten und Jobs (mit jeweils zwei Prozent) waren selten. Die mittelfristigen Erwerbsquoten entsprechen damit denen der Abschlussjahrgänge 1993 und 1997. Wie rasch sich die Übergänge in den Beruf vollziehen, ist allerdings nach Jahrgängen und nach Fachrichtungen unterschiedlich. Besonders hohe Erwerbsquoten von 90 bis 97 Prozent erreichen die meisten der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Natur- sowie Technikwissenschaften) und die wirtschaftswissenschaftlichen Fachrichtungen.

... mehr zu:
»Erwerbsquote

Mit 60 bis 70 Prozent nur unterdurchschnittlich liegen dagegen die Erwerbsquoten in der Biologie, der Architektur, im Sozialwesen sowie bei den Magisterabschlüssen. Die Gründe für eine geringe Erwerbsquote sind vor allem in Arbeitsmarktproblemen, relativ lang andauernden Promotionsphasen in einzelnen Fachrichtungen sowie in der Übernahme von Familientätigkeiten zu suchen. Letzteres trifft fast ausschließlich auf Frauen zu. Fünf Jahre nach dem Studienabschluss haben erst etwa 30 Prozent der Befragten Kinder; deutlich erkennbar ist jedoch, dass es fast ausnahmslos die Frauen sind, die wegen der Kinderbetreuung beruflich aussetzen. Die Erwerbsquote der Frauen liegt deshalb fünf Jahre nach dem Examen bei nur 80 Prozent.

Generell gilt nach wie vor: ein Hochschulstudium lohnt sich. Das zeigen verschiedene Indikatoren zur Art und Qualität der ausgeübten Erwerbstätigkeiten. Ein Drittel der Fachhochschul- und ein Viertel der Universitätsabsolvent(inn)en haben fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss eine leitende Position übernommen. Am weitesten verbreitet sind Tätigkeiten als (wissenschaftlich) qualifizierte Angestellte oder als Beamte, z. B. nach einem Lehramts- oder Jurastudium. Nur zwei Prozent der Befragten geben an, sie seien deutlich unterhalb ihrer Hochschulqualifikation beschäftigt. Der Anteil der Selbständigen liegt gut fünf Jahre nach dem Studienabschluss bei neun Prozent.

Zufriedenheit mit der Art der Tätigkeit, aber Kritik an Rahmenbedingungen und Einkommen

Mit den Arbeitsinhalten und den beruflichen Anforderungen sind die Befragten überwiegend zufrieden. Die große Mehrheit, 80 Prozent mit einem Fachhochschuldiplom und sogar 90 Prozent mit einem Universitätsabschluss, beurteilt die eigene Tätigkeit im Großen und Ganzen als adäquat. Dafür spricht auch, dass der Hochschulabschluss in der Regel eine Einstellungsvoraussetzung war; das gilt für drei Viertel der Fachhochschul- und sogar für 85 Prozent der Universitätsabgänger(inn)en; nur für 5 Prozent hat der Abschluss keine Bedeutung.

Weniger zufrieden äußern sich die Absolvent(inn)en mit dem Einkommen und mit den zeitlichen Rahmenbedingungen der Arbeit, vor allem in Hinblick auf Familienfreundlichkeit. Hier wird deutlich, dass auch Hochschulabsolvent(inn)en den allgemeinen Entwicklungen im Beschäftigungssystem ausgesetzt sind. Anzeichen dafür sind etwa der auf 19 Prozent steigende Anteil befristeter Stellen sowie die im Vergleich zum Jahrgang 1997 stagnierenden Einkommen.

Jede/r Fünfte mit Universitätsabschluss promoviert, doch mit langer Promotionsdauer

Der wissenschaftliche Nachwuchs kommt hauptsächlich von den Universitäten. Es ist davon auszugehen, dass (auch ohne Berücksichtigung des Faches Medizin) gut ein Fünftel des Jahrgangs 2000/2001 eine Promotion abschließen wird. Die Daten zeigen, dass die Promotionen viel Zeit beanspruchen: Ein Drittel der Doktorand(inn)en hat das Verfahren fünf Jahre nach dem Examen noch nicht abgeschlossen. Auch die Risiken einer wissenschaftlichen Karriere werden sichtbar: Etwa die Hälfte der Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler hatte zum Befragungszeitpunkt immer noch einen befristeten Arbeitsvertrag; viele von ihnen stehen nach der Promotion an einer weiteren Übergangsschwelle und suchen eine neue Beschäftigung.

Weiterbildungsbeteiligung bei fast 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen

Die HIS-Absolventenstudie fragt auch nach den für den Beruf erforderlichen Kompetenzen und nach dem Bedarf und der Teilnahme an Weiterbildungen. Die Weiterbildungsteilnahme der Hochschulabsolvent(inn)en ist generell sehr hoch, fast 90 Prozent haben nach dem Examen an verschiedenen Formen der Weiterbildungen teilgenommen.

Hier bestätigen sich die Ergebnisse anderer Studien, wie etwa des ebenfalls vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Berichtssystems Weiterbildung. Die Hochschulen werden vor allem für die wissenschaftliche Weiterbildung durch ein weiteres Studium oder Studienprogramme in Anspruch genommen. Für den Bedarf an kürzeren Weiterbildungen spielen sie nur eine Nebenrolle. Wenn, dann werden sie vor allem für fachspezifische Themen nachgefragt.

Mit der veröffentlichten Studie wird die in Deutschland einzige Reihe von bundesweit repräsentativen Längsschnittuntersuchungen zum Berufsverbleib von Hochschulabsolvent(inn)en fortgeführt. Seit 1989 befragt HIS jeden vierten Absolventenjahrgang zu (mindestens) zwei Zeitpunkten nach dem Studienabschluss.

Die Printversion von "Der Absolventenjahrgang 2000/2001 fünf Jahre nach dem Hochschulabschluss - Berufsverlauf und aktuelle Situation" können Interessenten gegen eine Schutzgebühr von 30 € direkt bei HIS bestellen. Die gesamte Publikation steht alternativ unter http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200810.pdf als PDF-Download kostenlos zur Verfügung.

Eine Sonderauswertung der Daten für die MINT-Fächer erscheint im Herbst. Mittelfristig wird, wie bereits für den Absolventenjahrgang 1997, auch für den Jahrgang 2001 ein "Scientific Use File" für Sekundärauswertungen zur Verfügung gestellt.

Nähere Auskünfte:
Dr. Christian Kerst
Tel: 0511 / 1220-241
kerst@his.de
Michael Schramm
Tel: 0511 / 1220-454
m.schramm@his.de
Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel: 0511 / 1220-290
hafner@his.de
Susanne Hermeling
Tel: 0511 / 1220-384
hermeling@his.de
Über HIS
Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH unterstützt die Hochschulen und ihre Verwaltungen sowie die staatliche Hochschulpolitik als Dienstleister im Bemühen um eine effektive Erfüllung ihrer Aufgaben. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Aktivitäten

o als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen

o im Sektor Hochschulforschung in Form von empirischen Untersuchungen und anderen Expertisen

o im Bereich Hochschulentwicklung mit den zentralen Themenfeldern Hochschulmanagement, Hochschulorganisation und Hochschulbau

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200810.pdf

Weitere Berichte zu: Erwerbsquote

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften