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Reproduktionsmedizin für Kinder problemlos

07.07.2008
Geringe Unterschiede im Verhalten durchaus vorhanden

Kindern, die mit Hilfe von gespendetem Sperma, gespendeten Eizellen oder von Leihmüttern auf die Welt gekommen sind, geht es emotional gleich gut wie ihren Altersgenossen, die natürlich empfangen worden sind. Eine Studie der University of Cambridge begleitete die Kinder bis zu ihrem siebenten Lebensjahr und konnte in den Familienbeziehungen der beiden Kindergruppen nur wenige Unterschiede feststellen. Emotionale Themen spielten bei der Gruppe der nicht natürlich empfangenen Kinder eine größere Rolle. An der Studie nahmen laut BBC insgesamt 198 Familien teil.

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Bedenken, dass Kinder, die nicht natürlich entstanden sind, mehr emotionale Probleme haben könnten. Es wurde auch für denkbar gehalten, dass die Eltern sich ihnen gegenüber weniger positiv verhalten könnten. Als weiteres mögliches Problem wurde angesehen, dass sich das Kind nicht als voll akzeptiertes Mitglied der Familie sehen könnte.

Die Wissenschaftlerin Polly Casey vom Centre for Family Research an der Cambridge University untersuchte das psychologische Wohlergehen von Eltern und Kindern sowie die Qualität ihrer Beziehungen. Die Kinder erhielten eine "Landkarte" mit ihnen in der Mitte. In der Folge wurden sie gebeten, die Positionen von Familienmitgliedern und Freunden zu markieren. Grundlage für die Platzierung sollte die emotionale Nähe zu diesem Menschen sein. Die Eltern wurden interviewt, Mütter und Lehrer füllten einen Fragebogen aus, der sich auf das Verhalten des Kindes und sein emotionales Wohlbefinden konzentrierte.

Begleitet wurden schließlich 39 Familien mit Leihmüttern, 43 Familien mit Spermaspendern, 46 Familien mit Eizellenspenden und 70 Familien in denen die Kinder normal empfangen wurden. Nur 39 Prozent der Familien mit Eizellenspenden, 29 Prozent der Familie mit Spermaspendern und 89 Prozent der Eltern, deren Kind von einer Leihmutter stammte, hatten ihren Kindern etwas über ihre Entstehung erzählt. Damit waren es deutlich weniger, als es noch am ersten Geburtstag der Kinder angekündigt hatten. Hauptgründe dafür waren die Angst vom Kind nicht geliebt zu werden oder, dass es für sie eine zu große Belastung darstellen könnte.

Es gab schließlich bei den von den Kindern gezeichneten Karten keinen Unterschied ob sie natürlich oder auf anderem Weg empfangen worden waren. Allgemein ließen sich laut Casey bei den Familien keine allgemeinen Unterschiede feststellen. Mütter, deren Kinder durch die Spende von Eizellen entstanden waren, neigten dazu, auf die Ängste ihrer Kinder sensibler zu reagieren als bei Samenspendern. Bei Familien mit Leihmüttern gab es eine gering erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die emotionale Bindung zum Kind stärker als bei so genannten normalen Familien war. Die Antworten in den Fragenbögen aller Mütter wiesen keine Unterschiede auf. Die Lehrer, die nicht wussten wie ein Kind empfangen worden war, berichteten von etwas häufiger auftretenden emotionalen Schwierigkeiten wie Angst, bei den nicht natürlich empfangenen Kindern.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cam.ac.uk

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