Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Herzschäden durch grünen Tee ?

30.06.2008
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg untersucht erstmals die Wirksamkeit bei vererbter Amyloidose in einer klinischen Studie / Teilnehmer gesucht

Die Kardiologische Abteilung der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg untersucht in einer klinischen Studie die Wirksamkeit von grünem Tee bei einer erblichen Stoffwechselerkrankung, die das Herz stark schädigt.

Bei der sogenannten Transthyretin-Amyloidose werden aufgrund eines veränderten Gens abnorme Eiweiße in den Herzmuskel eingelagert; bislang gibt es - abgesehen von der sehr eingreifenden Lebertransplantation - keine wirksame Behandlung für diese Erkrankung. Die Klinik sucht Teilnehmer für die Studie, die für ein Jahr geplant ist und von der Peter Waldmann Amyloidose Stiftung unterstützt wird.

Im vergangenen Jahr hatte der Bericht des Heidelberger Mediziners Professor Dr. Werner Hunstein, des ehemaligen Ärztlichen Direktors der Medizinischen Universitäts-Poliklinik Heidelberg, Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie, für Aufsehen gesorgt. Bei ihm wurde eine Bluterkrankung festgestellt, die ebenfalls zur Ablagerung von Eiweißen führt (Leichtkettenamyloidose). Nach einer Chemotherapie erreichte er durch eine Eigenbehandlung mit täglich 2 Liter grünem Tee eine positive Beeinflussung seiner Herzamyloidose: Die körperliche Leistungsfähigkeit war verbessert worden und die Herzwanddicke war im Ultraschall zurückgegangen (Veröffentlichung in der Zeitschrift "Blood" 2007, 110(6), 2216).

... mehr zu:
»Amyloidose »EGCG »Eiweiß »Kardiologie

Positiver Selbstversuch und ermutigende Laborergebnisse

Wirksame Substanz im grünen Tee ist das Epigallocatechingallat (EGCG). Im Reagenzglas stärkt es die Kraft von Herzmuskelzellen und hemmt das Auftreten von Herzrhythmusstörungen. Außerdem ist EGCG im Labor in der Lage, ein spezielles Amyloid aufzulösen, das bei Alzheimer-Patienten im Gehirn abgelagert wird. Diese Beobachtungen hatten Professor Hunstein zu seinem Selbstversuch bewogen, dessen Ergebnis nun in der Heidelberger Studie an 25 Patienten mit einer vererblichen Amyloidose wissenschaftlich überprüft werden soll.

"Viele unserer Patienten haben sich nach den Berichten selbst entschieden, jeden Tag grünen Tee zu trinken", berichtet Dr. Arnt Kristen, der in der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo A. Katus) die Studie zusammen mit Prof. Dr. Thomas Dengler leitet. Im Universitätsklinikum Heidelberg werden über 300 Amyloidose-Patienten aus der ganzen Bundesrepublik von einem interdisziplinären Team aus Hämatologen, Kardiologen, Nephrologen und acht weiteren Fachdisziplinen betreut.

Patienten, die an der erblichen Transthyretin-Amyloidose leiden und an der Studie teilnehmen wollen, werden insgesamt dreimal in den 12 Monaten Studiendauer auf ihre Herzfunktion untersucht. Die Inhaltsstoffe des grünen Tees können auch in Form von Kapseln (insgesamt sechs pro Tag) eingenommen werden. Interessenten wenden sich bitte an:

Amyloidose@med.uni-heidelberg.de

Weitere Information zur Amyloidose-Studie:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Gruener-Tee-und-Amyloidose.110556.0.html
Patienteninformation der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg zu Amyloidose:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/Amyloidose

Information zur Peter Waldmann Amyloidose Stiftung:
www.amyloidose.ch
Literatur:
Hunstein W.: Epigallocathechin-3-gallate in AL amyloidosis: a new therapeutic option? In: Blood. 2007 Sep 15;110(6):2216.

Mereles D, Wanker EE, Katus HA. Therapy effects of green tea in a patient with systemic light-chain amyloidosis. Clin Res Cardiol. 2008 May;97(5):341-4.

Ehrnhoefer DE et al.: EGCG redirects amyloidogenic polypeptides into unstructured, off-pathway oligomers. Nat Struct Mol Biol. 2008 Jun;15(6):558-66.

(Die Originalartikel können bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Amyloidose EGCG Eiweiß Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie