Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Absage an eine "Flat Tax"

18.06.2008
Teilnehmer einer Studie bewerten Einkommenssteuergesetz als überwiegend gerecht

Für wie gerecht halten Bürgerinnen und Bürger das Einkommenssteuergesetz? Zu dieser Fragestellung ist an der Universität Hamburg eine Studie durchgeführt worden.

Das Ergebnis: Die Befragten bewerten das Gesetz als überwiegend gerecht. 75 Prozent befürworten steuerliche Vorzüge für Geringverdiener und sprechen sich für eine Begünstigung von Familien, körperlich beeinträchtigten und älteren Menschen aus. Kaum Zustimmung erhalten steuerliche Vorteile für gut Verdienende, Beamte und Unternehmen sowie Erleichterungen für spezielle Berufsgruppen wie Bergbaubeschäftigte oder Land- und Forstwirte.

Zudem wurde erhoben, wie die Studienteilnehmer konkrete Ausnahmeregelungen aus dem Einkommenssteuergesetz beurteilen. Dabei wird etwa die Fahrtkostenpauschale in ihrer alten Form als sehr gerecht eingeschätzt. Als ungerecht betrachten die Befragten die Besteuerung von privaten Veräußerungsgeschäften. Ebenfalls bemängelt wird, dass die Kosten für die erste Berufsausbildung bzw. das Erststudium nicht von den Einkünften abziehbar sind. Auch die Absetzbarkeit von Spenden für politische Parteien empfinden die meisten Befragten als ungerecht.

Insgesamt werden nur zehn der 82 vorgelegten Regelungen einheitlich als ungerecht eingeschätzt, 18 als deutlich gerecht. Der größte Teil findet sich im "eher gerechten" Mittelfeld wieder. Die Daten zeigen, dass die Gerechtigkeitseinschätzungen der Befragten nicht mit ihrem Alter, Geschlecht oder ihrer Lebenssituation zusammenhängen.

Die Untersuchung wurde von Prof. Dr. Erich H. Witte, Christina Mölders und Dr. Niels van Quaquebeke vom Arbeitsbereich Sozialpsychologie im gesamten Bundesgebiet online durchgeführt. Es nahmen 742 Personen teil. "Wir waren überrascht, wie positiv das Stimmungsbild ausgefallen ist", so Prof. Witte, Leiter des Arbeitsbereiches Sozialpsychologie. "Bürger sind nicht prinzipiell gegen Steuern. Sie wollen aber wissen, was mit ihnen geschieht - und dass sie nicht verschwendet werden."

Die Studie ist der zweite von vier Teilen einer Forschungsreihe des Projektes "Just Taxes - Steuern und Steuergerechtigkeit" im Arbeitsbereich Sozialpsychologie, das sich der Frage widmet, was eine als gerecht empfundene Steuergesetzgebung ausmacht. In der dritten Studie wird es nun darum gehen, welchen Steuersatz Bürger für gerecht halten und an welchen Faktoren er sich orientieren sollte. Mehr Informationen zum Projekt und Links zu den Studien sind auf der folgenden Seite zu finden:

http://www.uni-hamburg.de/fachbereiche-einrichtungen/fb16/absozpsy/just_taxes.html

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Erich H. Witte
Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft Arbeitsbereich Sozialpsychologie
Tel.: 040-428 38-2759
E-Mail: witte_e@uni-hamburg.de

Viola Griehl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hamburg.de
http://www.uni-hamburg.de/fachbereiche-einrichtungen/fb16/absozpsy/just_taxes.html

Weitere Berichte zu: Einkommenssteuergesetz Sozialpsychologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017

18.10.2017 | Messenachrichten