Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vitrifizierung macht Einfrieren von Eizellen möglich

18.06.2008
Neues Verfahren sichert hohe Erfolgsrate

Ein Verfahren zur Lagerung menschlicher Eizellen, das Frauen ermöglicht, die Mutterschaft zu verschieben, ist genau so sicher wie eine herkömmliche künstliche Befruchtung. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der McGill University gekommen.

Die Forscher untersuchten die Daten von 200 Kindern, die mit Hilfe von "verglasten" Eizellen empfangen wurden. Das Verfahren beruht auf dem sehr raschen Einfrieren und könnte auch Frauen helfen, deren Fruchtbarkeit zum Beispiel durch eine Krebserkrankung bedroht ist. Details der Studie wurden in Reproductive Biomedicine Online veröffentlicht.

Sperma und Embryos werden oft eingefroren und erfolgreich wieder aufgetaut. Erste Versuche, Eizellen einzufrieren, waren weitaus weniger erfolgreich. Die Bildung von Eiskristallen in der Flüssigkeit im Inneren der Eizelle kann die Struktur beschädigen und sie damit unbrauchbar machen. Bei der Vitrifizierung wird das Wasser aus der Eizelle entfernt, eine nicht gefrierende Lösung hinzugefügt und dann blitzartig in flüssigem Stickstoff eingefroren. Es wird angenommen, dass 95 Prozent der Eizellen diesen Vorgang überleben, berichtet BBC. Bei anderen älteren Verfahren waren es 50 oder 60 Prozent. Diese Form der Vitrifizierung wird bereits in einigen britischen Kliniken angeboten. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 3.000 Pfund. Dazu kommt noch eine geringe Gebühr für die Lagerung der Eizellen.

Frauen verfügen über eine beschränkte Anzahl an Eizellen. Die Fruchtbarkeit nimmt ab einem Alter von Ende dreißig durch die sinkende Zahl der Eizellen immer mehr ab. Effektive und sichere Verfahren zum Einfrieren von Eizellen würden ihre Gewinnung und späteren Einsatz bei einer künstlichen Befruchtung ermöglichen. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass die Rate der Geburtsfehler bei den 200 untersuchten Kindern bei 2,5 Prozent lag. Dieser Wert gilt ungefähr auch bei natürlichen Schwangerschaften und künstlichen Befruchtungen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mcgill.ca
http://www.rbmonline.com

Weitere Berichte zu: Befruchtung Eizelle Fruchtbarkeit Vitrifizierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie