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Auto-Aufkleber deuten auf aggressiven Fahrer hin

17.06.2008
US-Psychologe ortet territoriales Gehabe durch Überfüllung

Autofahrer, die Aufkleber und anderen Zierrat an ihren Fahrzeugen anbringen, sind nach Ansicht eines Forscherteams der Colorado State University eher dazu geneigt aggressiv Auto zu fahren als jene, die das nicht tun.

Eine Studie der Universität, die das starke Ansteigen von aggressiver Fahrweise untersuchen wollte, ist zu diesem Schluss gekommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

In den USA, das jahrelang als Musterland in Sachen Verkehr galt, hat in den vergangenen Jahren die Zahl an Übergriffen wie Schneiden beim Überholen oder Rasen extrem zugenommen. Waren es im Jahr 1995 noch rund 12.000 solcher Fälle, die 200 Menschenleben gekostet haben, stieg die Zahl bis zu diesem Jahr auf etwa 25.000 Fälle und 370 Todesopfern, wie die American Automobile Association AAA meldet. Dabei verweist die AAA auf all jene unbezifferten Fälle, in denen es zu keinem Unfall gekommen ist.

Das Psychologenteam um William Szlemko argumentiert auch mit der rasanten Verkehrszunahme auf den US-Straßen. Das Verkehrsaufkommen habe seit 1987 um 35 Prozent zugenommen, während das Straßennetzwerk im selben Zeitraum um nur einen Prozent gestiegen ist. "Bei Menschen wie auch bei anderen Spezies führt die Überbevölkerung zur Ausprägung von territorialer Aggression", so die Forscher, die annehmen, dass dies zur Zunahme von aggressivem Verhalten führt.

Szlemko und sein Forscherteam hatte für die Untersuchung, die im Fachmagazin Applied Social Psychology erschienen ist, hunderte Menschen nach ihrem Fahrstil in bestimmten Situationen befragt. Besonderes Interesse hatten die Forscher auch dafür, welche Beziehung sie zum eigenen Auto hatten - und ob sie ihr Vehikel mit Zierrat, Aufklebern oder ähnlichem versehen hatten. Das Ergebnis war erstaunlich, denn jene Fahrer, die ihr Auto mit verschiedenen persönlichen Stücken versehen hatten, reagierten deutlich häufiger aggressiv und waren eher dazu geneigt, sich rücksichtslos zu verhalten.

"Die Zahl der territorialen Markierungen sagte wesentlich mehr über rücksichtsloses Fahren aus, als etwa der Wert des Autos, dessen Erhaltung oder jenen Dingen, die man normalerweise mit aggressiven Fahren in Verbindung bringen würde", subsumiert der Forscher. Dabei spiele die Botschaft eines Aufklebers weniger Rolle, als die Zahl der selbst angebrachten Sticker. Der Psychologen meint, dass das Studienergebnis kein Wunder sei. "Wir müssen ehrlicherweise zugeben, dass Menschen doch Tiere sind. Es ist unrealistisch zu glauben, dass wir nicht territorial denken und handeln."

Auch andere Psychologen wie Graham Fraine von der australischen Queensland University kommen zum Schluss, dass die Aufkleber eine territoriale Abgrenzung darstellen. "Die Arbeit macht deutlich, dass Menschen ihren Raum oder ihr Territorium, das sie vorher markiert haben, verteidigen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.colostate.edu
http://www.aaa.com
http://www.uq.edu.au

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