Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menstruelle Migräne: Wenn zu wenig Magnesium den Kopf schmerzen lässt

10.07.2002

Frauen, die während ihrer Menstruation unter Migräne-Attacken leiden, nehmen möglicherweise zu wenig Magnesium mit ihrer Nahrung auf. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich Dr. Burton M. Altura und sein Team von der State University of New York.

Der Hintergrund: Dem Mineral Magnesium wird seit vielen Jahren ein Schutz vor Migräne nachgesagt, allerdings gibt es nur sehr wenige kontrollierte, wissenschaftliche Studien, die diesen Effekt belegen.

Am Brooklyner Downstate Medical Center untersuchten die Forscher 61 Frauen mit menstrueller Migräne. Die Wissenschaftler interessierte neben einzelnen Mineralstoff-Konzentrationen auch das Verhältnis von geladenen (ionisierten) – und damit biochemisch wirksamen – Magnesium-Teilchen zu Kalzium-Ionen, da sich die Aufnahme der beiden Mineralien in den Körper gegenseitig beeinflusst. Wie sich zeigte, zeigten Frauen mit menstrueller Migräne nicht nur einen Magnesium-Mangel, auch das Verhältnis von ionisiertem Kalzium zu ionisiertem Magnesium war bei ihnen erhöht. Nach Ansicht der Wissenschaftler bestätigt dies die Hypothese, dass Magnesium-Ionen an der Entwicklung menstrueller Migräne beteiligt sind.

Die genauen Zahlen: Während der menstruellen Migräne wiesen 45 Prozent der Frauen einen Mangel an Magnesium-Ionen auf. Bei einer Migräne, die nicht mit der Menstruation zusammenhing, zeigten hingegen nur 15 Prozent der Frauen einen Magnesium-Mangel. Eine Menstruation ohne Kopfschmerzen ging nur bei 14 Prozent der Frauen mit einem Magnesium-Mangel einher. Auch zwischen Menstruationen sowie zwischen Migräne-Attacken zeigten nur 15 Prozent der Frauen einen Mangel an ionisierten Magnesium.

Auch wenn dieser verhältnismäßig kleinen Studie nur eine begrenzte Aussagekraft zukommt: Darauf zu achten, dass „frau“ genügend Magnesium zu sich nimmt, ist auf keinen Fall verkehrt. Empfohlen werden rund 350 Milligramm pro Tag. Die Hauptlieferanten von Magnesium sind Vollkorngetreideprodukte. Weitere Magnesiumlieferanten sind Milch/-produkte, Fleisch, Leber, Geflügel, Fisch, Kartoffeln, viele Gemüsearten wie beispielsweise Spinat, Kohlrabi und auch Obstsorten wie beispielsweise Erdbeeren. Auch Mineralwässer liefern Magnesium: Hier sollten Wässer mit einem Magnesiumgehalt von mehr als 100 Milligramm pro Liter bevorzugt werden.

Die Ursachen für einen Magnesium-Mangel sind vielfältig. Zum einen nehmen viele Menschen durch modernes Fast Food oder Diäten zu wenig von dem Mineralstoff auf, zum anderen geht durch zu langes Kochen in zuviel Flüssigkeit viel verloren. Außerdem kann die Resorption durch einen hohen Fettgehalt der Nahrung, Durchfall, erhöhten Bedarf in Stresssituationen, Leistungssport, Wachstum, Schwangerschaft, eine vermehrte Ausscheidung bei starkem Schwitzen, Alkoholismus, Medikamente oder bei Diabetes vermindert sein. Da seit mehr als 20 Jahren die Magnesiumbestimmung aus dem Blut von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt werde, würden Patienten mit Magnesium-Mangel häufig falsch behandelt, warnen Ernährungsexperten.

Headache (2002) Vol. 42, No. 4, pp. 242 – 248

| mc

Weitere Berichte zu: Magnesium Magnesium-Ion Magnesium-Mangel Menstruation Migräne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie