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Ökologischer Fußabdruck Chinas verdoppelt

11.06.2008
Bevölkerungsdichte erzwingt nachhaltige Gesamtstrategie

Nach einer aktuell veröffentlichten Untersuchung des WWF hat sich der so genannte "ökologische Fußabdruck" (pressetext berichtete http://pte.at/pte.mc?pte=070913002 ) Chinas seit den 1960er Jahren verdoppelt und beansprucht nun zwei Mal so viel, wie das Ökosystem des Landes nachhaltig gewährleisten kann.

Im Vergleich zu anderen Regionen führe trotz des relativ kleinen ökologischen Fußabdrucks pro Person die hohe Bevölkerungsdichte im Asien-Pazifik-Raum zu diesem schlechten Ergebnis. Die Untersuchung ist vom China Council for International Cooperation on Environment and Development (CCICED) und vom WWF gemeinsam in Auftrag gegeben worden.

Das Problem ist die gesamte Entwicklung in China", umschreibt WWF-Expertin Martina Fleckenstein im pressetext-Interview die Situation. Als Umweltorganisation wolle der WWF den Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihr Leben gestalten müssen, argumentiert Fleckenstein. Natürlich hätten sich durch das Herausbilden einer zahlungskräftigen Mittelschicht und der Erhöhung des Lebensstandards umfassende Veränderungen ergeben.

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"Wenn mehr Fleisch gegessen wird, braucht man mehr Tierfutter und dann reicht das im Land produzierte Soja beispielsweise nicht mehr aus", zeichnet Fleckenstein die Situation. "Wir wollen nur aufzeigen, wo China derzeit steht und wo man Stellschrauben setzen sollte." Sonst drohe innerhalb von fünf Jahren eine Verdoppelung des ökologischen Fußabdrucks.

"Die Berechnungen bieten demnach einen ersten umfassenden Überblick über die Faktoren, die für das wachsende ökologische Defizit des Landes seit Mitte der 1970er Jahre verantwortlich sind", erklärt Fleckenstein. Unsere Lösungsansätze gehen dahin auch in China vermehrt auf nachhaltig produzierte Güter zu setzen. "China könnte das weltweit erst Land sein, in dem Elektroautos im großen Stil zum Einsatz kommen." Die kommenden 20 Jahre werden für China entscheidend sein, ob das Land seine ökologischen Probleme in den Griff bekommt. "Eines der größten Probleme ist der steigende Druck auf die Anbauflächen für landwirtschaftliche Produkte. Wir sind der Auffassung, dass zur Erhaltung der Biodiversität auch die Schutzgebiete unbedingt erhalten bleiben müssen und nicht zu landwirtschaftlicher Nutzung umgewandelt werden dürfen", so Fleckenstein. Es müsse nämlich auch sichergestellt werden, die natürlichen Ressourcen für die nachfolgenden Generationen zu sichern.

Nach der aktuellen Studie verbraucht China derzeit 15 Prozent der globalen biologischen Kapazität. Die Auswertungen zeigen, dass die Chinesen 2003 - dem jüngsten Jahr, in dem Zahlen verfügbar waren - einen ökologischen Fußabdruck von 1,6 Hektar pro Person hatten. "Damit unterschreiten sie den globalen Durchschnitt von 2,2 Hektar noch deutlich." Dennoch sei dies eine große Herausforderung in Anbetracht der hohen Einwohnerzahl und der rasanten volkswirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

"Die Studienergebnisse sollen die Problematik auch ins Bewusstsein der Menschen in China bringen. Der Bericht mahnt langfristige Entscheidungen ein, die schon heute getroffen werden müssen, um einen positiven Einfluss auf die Zukunft im Reich der Mitte zu haben", meint Fleckenstein abschließend gegenüber pressetext. Mit dieser Studie und der Partnerschaft mit CCICED und dem Global Footprint Network werde der WWF seine Arbeit mit den wichtigen Stakeholdern fortsetzen, um einen innovativen und nachhaltigen Entwicklungsweg für China aufzuzeigen, so Dermot O' Gorman vom WWF China.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

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