Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie soll die Therapie von Herzinfarkt-Patienten optimieren

09.06.2008
Wenn ein Patient mit akutem Herzinfarkt auf die Intensivstation am St. Johannes-Hospital kommt, muss alles ganz schnell gehen. Die notwendigen Behandlungsmaßnahmen müssen unverzüglich in die Wege geleitet werden. Im Zuge der Aufnahme können die Patienten, wenn sie damit einverstanden sind, in die Studie eingebunden werden, mit der ein verbessertes Therapieverfahren klinisch geprüft wird.

"Die erste Maßnahme für die Herzinfarktpatienten ist eine Herzkatheteruntersuchung", erklärt die leitende Oberärztin der medizinischen Intensivstation, Dr. Alice Dias. "Dabei wird festgestellt, welches Herzkranzgefäß verengt bzw. verschlossen ist und ob eine unverzügliche Wiedereröffnung mittels Herzkatheter möglich ist." Die verstopften Blutgefäße, die das Herz normalerweise versorgen, werden im Herzkatheterlabor wieder durchlässig gemacht und durch Einsatz eines Gitterröhrchens, des so genannten Stents, von Innen stabilisiert.

Ausnahmslos alle Patienten erhalten ein Medikament zur Hemmung der Blutgerinnung, um eine Verstopfung im Bereich der eingesetzten Stent-Prothese und damit einen erneuten Herzinfarkt zu verhindern. Das herkömmliche Medikament stammt aus der ersten Generation von Wirkstoffen dieser Art und ist das beste, derzeit zugelassene Arzneimittel für diesen Zweck. Neben den Vorteilen, müssen allerdings bislang gewisse Nachteile in Kauf genommen werden. So wirkt das herkömmliche Medikament nicht bei allen Patienten in befriedigender Weise. Darüber hinaus hält die Wirkung nach dem Absetzen noch ca. fünf Tage an und erschwert damit die Durchführung eines eventuell anstehenden, dringenden operativen Eingriffes.

"Das herkömmliche Medikament ist aus medizinischer Sicht noch nicht optimal", erklärt Dr. Dias. "Deshalb besteht die Notwendigkeit, ein besseres Präparat zu finden, das schneller und besser wirkt und dabei einerseits ein Verstopfen der Stents verhindert, andererseits aber auch kurzfristig eine dringende Operation zulässt. Genau das soll mit dieser Studie erreicht werden."

... mehr zu:
»Herzinfarkt-Patient »Stent

Patienten, die teilnehmen wollen, müssen innerhalb von 24 Stunden nach Schmerzbeginn in die Studie eingebunden werden. Deshalb müssen sie recht schnell, nach einer kurzen vorläufigen Aufklärung durch einen Klinikarzt der Teilnahme zustimmen. Damit haben sie sich jedoch noch nicht endgültig festgelegt. Zunächst werden alle Patienten, egal ob Studienteilnehmer oder nicht, gleich behandelt.

Nach der vorläufigen Zustimmung des Patienten werden hinter den Kulissen eine ganze Reihe von Aktivitäten in Gang gesetzt, wie der Geschäftsführer der Cardiac Research, Dr. Martin Schulz, erläutert. Die Mitarbeiter der Biotech-Firma mit Sitz im Dortmunder BioMedizinZentrum organisieren den Ablauf und die Datenerfassung der Studie. Nach der Behandlung im Katheterlabor kehrt zunächst Ruhe ein und es besteht Gelegenheit, den Patienten ausführlich über die Studie zu informieren. Die Ärzte nehmen sich dann Zeit, um noch einmal alles genau zu erklären und auf alle Fragen einzugehen. Erst danach entscheidet der Patient endgültig über seine Teilnahme an der Studie. Durch einen Verzicht zu diesem Zeitpunkt hat er keinerlei Nachteile. Er hat dieselbe Behandlung erfahren wie jeder andere Herzinfarkt-Patient auch.

Das Team von Cardiac Research sorgt darüber hinaus für die Nachbetreuung der Patienten, die etwa ein Jahr lang vierteljährlich untersucht werden. Bei dieser Gelegenheit erhalten sie auch kostenfrei ihre Studienmedikamente. Die Gerinnungshemmer, die nach Empfehlung der kardiologischen Fachgesellschaften bis zu ein Jahr lang eingenommen werden sollten, werden in der üblichen Patientenversorgung zum Teil nur vier Wochen lang von den Krankenkassen bezahlt.

Die Studie ist eine internationale Zulassungsstudie für ein neues Medikament, dessen Wirksamkeit bereits in Vorstudien gezeigt worden ist. Weltweit nehmen rund 14.000 Patienten aus mehr als hundert Herzzentren daran teil. Die Cardiac Research hat mit 400 Patienten in vier großen Herzzentren die meisten Patienten aus Deutschland in die Studie eingebunden. Das St. Johannes-Hospital ist deutschlandweit mit der zweitgrößten Anzahl von Patienten an der Studie beteiligt.

"Wir sind überzeugt, dass die Patienten von der Teilnahme an der Studie profitieren", erklärt Dr. Dias, "weil sie zum einen regelmäßig und intensiv nachuntersucht werden und zum anderen den empfohlenen Gerinnungshemmer wirklich für ein Jahr bekommen."

Weitere Informationen:
Dr. Martin Schulz, Cardiac Research
Tel.: 0231 / 974261-50, info@cardiacresearch.de
Pressekontakt:
Dr. Holger Böhm
Tel.: 0231 / 92527-905, herz-kreislaufforschung@skriptstudio.de
Hille Ahuis
Tel.: 0231/1843-2370, hille.ahuis@joho-dortmund.de

Dr. Martin Schulz | Skriptstudio.de
Weitere Informationen:
http://www.cardiacresearch.de
http://www.joho-dortmund.de

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt-Patient Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Preiswerte Katalysatoren finden und verstehen: Auf das Eisen kommt es an

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Hoffnung für Leberkrebspatienten

24.03.2017 | Medizintechnik

Innovationslabor für neue Wege in die digitale Zukunft

24.03.2017 | Förderungen Preise