Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutzprogramm ist Motor für Wachstum und Beschäftigung: 500.000 neue Jobs bis 2020

09.06.2008
Gabriel stellt Studie zu den wirtschaftlichen Effekten des Meseberg-Pakets vor

Die ambitionierte Klimaschutzpolitik der Bundesregierung führt bis zum Jahr 2020 im Saldo aller gesamtwirtschaftlichen Effekte zu 500.000 zusätzlichen Jobs.

Bis 2030 können es sogar 800.000 Stellen sein. Das geht aus dem Zwischenbericht einer Studie zu den Wachstums- und Beschäftigungseffekten des Integrierten Energie- und Klimaprogramms der Bundesregierung hervor. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Die Ergebnisse zeigen: Klimaschutz ist ein Konjunkturprogramm.

Wer Wachstum und Beschäftigung will, muss auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Mit den zusätzlichen 500.000 Jobs durch aktiven Klimaschutz kann die Zahl der Arbeitslosen auf unter 3 Millionen gesenkt werden.“ In Deutschland arbeiten inzwischen fast 1,8 Millionen Menschen im Bereich des Umweltschutzes.

Gabriel stellte den Zwischenbericht heute auf der vom Bundesumweltministerium veranstalteten Konferenz „Wachstum, Beschäftigung und Klimaschutz“ vor. An der Konferenz nehmen führende Vertreter deutscher Unternehmen, der Banken sowie der Klimaforschung teil. Die Studie „Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland“ wird von einem Gutachter-Team unter Federführung von Professor Dr. Carlo Jaeger vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und von Professor Dr. Eberhard Jochem vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe erarbeitet.

Nach der Studie führen die vom Bundeskabinett in Meseberg beschlossenen Maßnahmen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen von knapp 35% bis 2020 gegenüber 1990. Mit weiteren kosteneffizienten Maßnahmen, v. a. im Bereich Energieeffizienz, kann Deutschland sein Klimaschutzziel, die Emissionen um 40% bis 2020 zu senken, erreichen. Die Maßnahmen generieren zusätzliche Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro pro Jahr und senken die Energiekosten bis 2020 um rund 20 Milliarden Euro jährlich. Beide Effekte zusammen führen dazu, dass mehr Wachstum und Beschäftigung entstehen.

Die Gutachter kommen in ihrer Studie zu folgenden zentralen Ergebnissen:

1) Insgesamt reduzieren die Maßnahmen Energieimporte bis 2020 im Werte von rund 20 Milliarden Euro und bis 2030 von fast 35 Milliarden Euro pro Jahr.

2) Durch das Klimaschutzprogramm steigen die Nettoinvestitionen um über 30 Milliarden Euro pro Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt liegt im Jahresdurchschnitt bis 2030 um mehr als 50 Milliarden Euro über dem Niveau, das ohne Klimaschutzmaßnahmen erreicht würde. Gesamtwirtschaftlich führen das Meseberg-Paket und die weiteren Maßnahmen also zu mehr Wachstum.

3) Es entstehen bis 2020 in Deutschland mindestens 500.000 zusätzliche Arbeitsplätze, im Jahr 2030 können es über 800.000 Stellen sein.

4) Durchschnittlich führt jede vermiedene Tonne CO2 zu Einspareffekten von 24 Euro („negative Vermeidungskosten“).

Nach einer neuen wissenschaftlichen Untersuchung im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes arbeiteten 2006 laut Schätzung fast 1,8 Millionen Menschen im Bereich des Umweltschutzes. Das ist ein neuer Höchststand. Damit waren 4,5 Prozent aller Arbeitsplätze vom Umweltschutz abhängig, 2004 ging man noch von 3,8 Prozent aus. Diese Entwicklung geht vor allem auf den starken Beschäftigungszuwachs bei den erneuerbaren Energien, wachsenden Exporten deutscher Umwelttechnik und zusätzlichen Arbeitsplätzen bei den umweltorientierten Dienstleistungen zurück.

Hinweis: Die Zwischenergebnisse der Studie „Investitionen für ein klimafreundliches Deutschland“ und ein Hintergrundpapier sind im Internet (www.bmu.de) abrufbar.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive