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Größere Qualität im Westen - bessere Teilhabe im Osten

05.06.2008
Bertelsmann Stiftung veröffentlicht "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme"

Die frühkindliche Bildung und Betreuung weist in den 16 Bundesländern deutliche Unterschiede auf. Während in Westdeutschland vor allem die Qualität des Angebotes - gemessen am Personalschlüssel - überzeugt, stehen im Osten wesentlich mehr Betreuungsplätze zur Verfügung.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung, die die früh­kindlichen Bildungssysteme miteinander vergleicht. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Schwerpunkte Teilhabe, Qualität und Investitionen. "Damit hängen die Bildungschancen für kleine Kinder sehr stark davon ab, in welchem Bundesland sie geboren werden", sagte Vorstandsmitglied Dr. Johannes Meier von der Bertelsmann Stiftung.

Nahezu alle Bundesländer hätten ihr Engagement in der frühkindlichen Bildung deutlich intensi­viert, stellen die Autoren der Studie fest. Dennoch lasse die Versorgung der Dreijährigen zu wün­schen übrig. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein liege die Teilnahmequote der Dreijährigen bei unter 70 Prozent, obwohl ein Rechtsanspruch bestehe. Andererseits erreichten Länder wie Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit Teilhabequoten von über 90 Prozent das hohe Ni­veau der ostdeutschen Bundesländer.

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Herausragend bei den unter Dreijährigen ist Sachsen-Anhalt: Zehn Prozent der Kinder unter einem Jahr besuchen eine Einrichtung, bei den Einjährigen sind es 60 Prozent, bei den Zweijährigen 85 Prozent und bei den Dreijährigen 94 Prozent. In Sachsen-Anhalt besteht von Geburt an ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. "Daher würden wir es sehr begrüßen, wenn die Bun­desländer den von der Politik beschlossenen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kin­der unter drei Jahren nun rasch umsetzen würden", sagte Meier.

Auch die Investitionen in frühkindliche Bildung und Betreuung variieren zwischen den Bundeslän­dern deutlich: Die Spannbreite liegt zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Kind unter zehn Jahren. So geben Schleswig-Holstein und Niedersachsen nur 37 Prozent der Summe aus, die Berlin für Bildung und Betreuung seiner Kinder ausgibt. Entsprechend unterschiedlich werden die Eltern an der Finanzierung beteiligt.

Ein wichtiges Kriterium für die Qualität von Kindertageseinrichtungen ist der Personalschlüssel. Der Personaleinsatz pro Kind unter drei Jahren hat im Bundesländervergleich eine Spannbreite von 1:4,2 bis 1:7,8. In der Spitzengruppe mit einem Personalschlüssel von unter 1:5 liegen Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Im Mittelfeld liegen Bremen, Mecklenburg-Vorpom­mern, Niedersachen und Schleswig-Holstein mit einem Personalschlüssel zwischen 1:5 bis 1:6. Die Schlussgruppe bilden Brandenburg, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem Personalschlüssel über 1:6. Damit liegen selbst die Spitzenländer unter dem von der Ber­telsmann Stiftung empfohlenen Personalschlüssel für Kinder unter drei Jahren von 1:3.

Rückfragen an: Anette Stein, Telefon: 0 52 41 / 81 - 81 274; E-Mail: Anette.Stein@Bertelsmann.de

Kathrin Bock-Famulla, Telefon: 0 52 41 / 81 - 81 173; E-Mail: Kathrin.Bock-Famulla@Bertelsmann.de

Ute Friedrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.bertelsmann-stiftung.de

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