Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsverbundstudie des Deutschen Jugendinstituts belegt: Freiwilliges Engagement macht kompetent

04.06.2008
Die aktuelle repräsentative Studie des DJI-Forschungsverbunds mit der Technischen Universität Dortmund zeigt, dass freiwilliges Engagement ein wichtiges gesellschaftliches Lernfeld ist, in dem personale, soziale, kulturelle sowie instrumentelle Kompetenzen entwickelt und erprobt werden, von denen die Engagierten in ihrem biografischen Verlauf profitieren.
Für die Engagementforschung wurde mit dieser Studie Neuland betreten, da erstmals Lernen und Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement in einem repräsentativen Spektrum an Organisationen und Tätigkeitsfeldern untersucht worden sind.

Anders als z.B. in der Schule wird im freiwilligen Engagement durch die aktive Übernahme von Verantwortung in Ernst- Und Echtsituationen gelernt, wobei Handeln und Lernen eng miteinander verknüpft sind. Die besonderen strukturellen Rahmenbedingungen "Freiwilligkeit", "Offenheit", "Diskursivität" fördern eigenständiges Lernen.

Hohe Motivation aufgrund frei gewählter Verantwortungsbereiche, Herausforderungen durch die übernommene Verantwortung, Unterstützung durch erwachsene Bezugspersonen verbunden mit gemeinsamem Handeln in der Gleichaltrigengruppe - das sind spezifische lern- und entwicklungsförderliche Bedingungen, die das freiwillige Engagement zu besonders nachhaltigen Lernfeldern und Ermöglichungsräumen für Heranwachsende machen.

Insbesondere im Hinblick auf Gesundheits-, Bildungs- und Sozialberufe erfüllen die Organisationen des freiwilligen Engagements eine wichtige Orientierungsfunktion für die Berufswahl. Ehemals Engagierte ergreifen häufiger Sozial-, Erziehungs-, und Gesundheitsberufe als Nicht-Engagierte. Dadurch ist das freiwillige Engagement auch ein Rekrutierungsfeld für Sozialberufe, das angesichts des steigenden Bedarfs von Fachpersonal in diesem Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt.

In ihrer Jugend engagierte Erwachsene verfügen über mehr Erfahrungen mit unterschiedlichen Tätigkeiten und damit auch über mehr Kompetenzen als Nicht-Engagierte. Dies betrifft vor allem Organisations-, Gremien- und Leitungskompetenzen. Im Gegensatz zu Nicht-Engagierten erreichen ehemals Engagierte höhere Abschlüsse, schätzen sich als beruflich erfolgreicher ein und beurteilen ihr Leben als zufrieden stellender als Nicht-Engagierte.

Wer als Jugendlicher gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, tut dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener.

Personen, die in ihrer Jugend freiwillig engagiert waren, sind im Erwachsenenalter gesellschaftlich besser integriert als Nicht-Engagierte. Darüber hinaus haben sie ein stärkeres politisches Interesse und beteiligen sich häufiger an politischen und sozialen Aktivitäten. Somit ist freiwilliges Engagement Heranwachsender eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft.

Allerdings stehen Zugang sowie Art des Engagements in Zusammenhang mit den sozialen Ressourcen und den kulturellen Interessen im Elternhaus. Die entscheidende Voraussetzung für ein Engagement ist die schulische Qualifikation. Jugendliche aus sozial unterprivilegierten, partizipations- und bildungsfernen Bevölkerungsgruppen sind hier unterrepräsentiert. Somit stellen Lernprozesse im freiwilligen Engagement keine Kompensation sozialer Ungleichheit dar, sondern verstärken diese tendenziell noch.

Andrea Macion | idw
Weitere Informationen:
http://www.dji.de

Weitere Berichte zu: Forschungsverbundstudie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie