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Konsumenten haben kaum Vertrauen in die Weltwirtschaft

30.05.2008
Finanzkrise und Inflation als Ursachen für geringe Investitionen

Die internationale Finanzmarktkrise und der globale Preisanstieg haben dazu geführt, dass das weltweite Vertrauen der Konsumenten in die Weltwirtschaft auf ein Rekord-Tief gefallen ist. Vor allem in den USA lässt sich der stärkste Rückgang verzeichnen, aber auch in Westeuropa sank das Vertrauen.

So glauben weltweit mittlerweile 56 Prozent, dass ihr Land in einer Rezession steckt, wobei es in Österreich immerhin 41 Prozent sind. Obwohl die persönliche Finanzlage schlechter eingeschätzt wird, sind die Jobaussichten vieler Konsumenten positiv.

Zu diesen Ergebnissen gelangt das Informations- und Medienunternehmen Nielsen Company in seiner gestern, Donnerstag, präsentierten Erhebung "Nielson Global Online Consumer Confidence", bei der 26.000 Internetnutzer aus 51 Ländern befragt wurden.

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"Der Arbeitsmarkt ist gegenwärtig immer noch besser aufgestellt als die Finanzwirtschaft generell. Obwohl viele Arbeitnehmer in einigen Branchen sogar teilweise gestiegene Gehälter aushandeln konnten, fressen die Preissteigerungen diese jedoch wieder auf. Vor allem der hohe Benzinpreis drückt die Stimmung vieler Konsumenten. Daraus ergibt sich die unterschiedliche Wahrnehmung bezüglich der positiven Jobchancen auf der einen und der eher verhaltenen persönlichen Finanzlage auf der anderen Seite", unterstreicht Nielsen-Company-Sprecherin Irene Salzmann auf Nachfrage von pressetext.

Die Auswertung der Daten ergab, dass der ermittelte Vertrauenswert der Konsumenten in die Wirtschaft von Mai bis November 2007 bereits um drei Punkte gesunken ist und sich von da an bis Mai dieses Jahres um nochmals sechs Punkte verschlechtert hat. Auch Österreich folgt diesem Negativtrend und muss einen Rückgang von 92 auf 87 Punkte hinnehmen. Damit liegt die Alpenrepublik nur knapp unter dem weltweiten Wert (88 Punkte), aber noch immer spürbar über dem europäischen Schnitt mit 83 Punkten. Obwohl der starke Abschwung weltweit mehr als deutlich nachzuvollziehen ist, existieren starke regionale Unterschiede. In Nordamerika fiel das Konsumentenvertrauen durch die USA bedingt mit einem Minus von 16 Punkten den Erwartungen entsprechend sehr stark. In Europa hingegen brach der Wert um sechs Punkte ein. Mit zwei bis drei Punkten deutlich geringer fielen die Rückgänge in Asien, den neuen Märkten und Lateinamerika aus.

Laut Nielsen ließ sich dieser Trend in den vergangenen sechs Monaten in 39 der untersuchten Länder feststellen. Am stärksten ragen bei dem Index Neuseeland mit minus 18 und die USA sowie Litauen mit jeweils minus 17 heraus. "Selbst wenn sich das Land offiziell nicht in einer Rezession befindet, gibt es einen Schneeballeffekt rund um die Finanzkrise in den USA sowie Preissteigerungen", so Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich. In Westeuropa fiel der Indexwert am stärksten in Spanien mit minus 16 und Großbritannien mit minus 15. Vor diesem Hintergrund gehen die Experten davon aus, dass mehr als die Hälfte der Konsumenten eine globale Rezession als mögliches Szenario nicht mehr ausschließen. Österreich liegt mit seinem auf den eigenen Wirtschaftsstandort bezogenen Pessimismus noch im EU-Mittelfeld, während Italien, Ungarn, Spanien, Portugal und Frankreich mit durchschnittlich 80 Prozent deutlich stärker eine lokale Rezession fürchten.

Trotz der Rezessionsängste schätzen die Österreicher ihre persönlichen Aussichten positiv ein. So sind zwei Drittel davon überzeugt, dass sich ihre Jobchancen in den kommenden zwölf Monaten gut bis exzellent entwickeln werden. Damit liegt die Alpenrepublik deutlich über dem globalen Durchschnitt. Weltweit glauben nur 42 Prozent an eine gute Entwicklung, wobei vor allem die Deutschen ihre Jobaussichten mit nur 40 Prozent skeptischer betrachten. Schlusslichter mit 93 und 85 Prozent sind hingegen die Portugiesen gefolgt von den Ungarn. Angesichts dieses vor allem durch die Preissteigerungen und Inflationsängste begründeten, allgemein eher verhaltenen Trends verschlechtert sich die finanzielle Lage zusehends. Wenig überraschend denken 76 Prozent der Österreicher für die kommenden zwölf Monate, dass derzeit eine schlechte Zeit für persönliche Neuanschaffungen ist.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nielsen.com

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