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Lösungsmittel Glykolether schädigt Spermien

27.05.2008
Vor allem Maler und Dekorateure sind erhöhtem Risiko ausgesetzt

Glykolether, die in vielen Industriezweigen als Lösungsmittel in Farben und Lacken sowie als Emulgierhilfen Verwendung finden, können offenbar eine schädigende Wirkung auf männliches Sperma haben. Das berichtet ein medizinisches Forschungsteam der Universitäten von Manchester und Sheffield in der Fachzeitschrift Occupational and Environment Medicine.

Mittels einer Fall-Kontroll-Studie sind die Wissenschaftler um Andrew Povey und Allan Pacey dem möglichen Unfruchtbarkeitsrisiko aufgrund chemischer Einflüsse am Arbeitsplatz auf den Grund gegangen. Als gefährdende Chemikalien machten die Mediziner dabei organische Lösungsmittel wie die Glykolether aus. Vor allem Männer, die als Maler oder Dekorateure arbeiten, seien so einem erhöhten Risiko ausgesetzt, durch diese Stoffe in ihrer Fruchtbarkeit beeinträchtigt zu werden.

An 14 Fertilitätskliniken in elf britischen Städten untersuchten die Wissenschaftler die Spermienqualität von insgesamt 2.118 Männern. Dabei wurden die Daten von Männern mit wenig beweglichen Spermien mit denen von Männern verglichen, die die Einrichtungen aufgrund anderer Fruchtbarkeitsstörungen aufgesucht hatten. Die Analyse ergab, dass Männer, die mit Lösungsmitteln wie Glykolether arbeiten, ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für unbewegliches Sperma hatten, als solche, die diesen Chemikalien nicht ausgesetzt sind. Die Beweglichkeit der Spermien gilt als einer der wichtigsten Faktoren für die erfolgreiche Empfängnis. Die Forschergruppe nimmt an, dass auch die Form der Spermien und die Qualität der im Sperma befindlichen DNS durch Glykolether negativ beeinflusst werden könnte.

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Neben den chemischen Belastungen am Arbeitsplatz befragten die Mediziner die untersuchten Männer auch nach ihrem Lebenswandel. Dabei stellte sich heraus, dass frühere Operationen am Hoden und das Tragen enger Unterhosen ebenso die Beweglichkeit der Spermien beeinträchtigen. Bei regelmäßigem, maßvollem Alkoholgenuss zeigte sich hingegen eine Verbesserung. "Wir wissen, dass bestimmte Glykolether die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen können und dass der Gebrauch dieser Stoffe in den vergangenen zwei Jahrzehnten verringert wurde. Dennoch zeigen unsere Resultate, dass Glykolether noch immer eine gesundheitliche Gefährdung am Arbeitsplatz darstellen", sagt Povey.

Dass von den meisten anderen Chemikalien kein erhöhtes Risiko für männliche Unfruchtbarkeit ausgeht, schätzen die Forscher als erleichternd ein - für die Industrie wie für die betroffenen Männer. "Unfruchtbare Männer machen sich oft Sorgen darum, ob die Chemikalien, mit denen sie an ihrem Arbeitsplatz umgeben sind, ihre Fruchtbarkeit verringert hat. Da ist es beruhigend zu wissen, dass dieses Risiko generell eher niedrig ist", meint Pacey.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.manchester.ac.uk
http://www.shef.ac.uk

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