Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biotech-Branche sieht Boom bei Venture Capital

20.05.2008
Österreich europaweiter Spitzenreiter bei Start-up-Förderungen

Transaktionstätigkeiten im Biotechnologie-Sektor haben im abgelaufenem Geschäftsjahr zu neuen Rekordzahlen bei Venture-Capital-Investitionen geführt. Diese Entwicklung lässt sich vor allem auf das große Vertrauen der Kapitalanleger und strategischen Partner zurückführen.

Trotz der positiven Wachstumsentwicklung rechnen Experten damit, dass sich die weltweite Finanzkrise noch in diesem Jahr zu einer Härteprobe für die gesamte Biotechnologie-Branche herausstellen wird. Dies ist das Fazit des heute, Dienstag, vorgestellten "Beyond Borders: The Global Biotechnology Report 2008" der internationalen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Als Trends und Herausforderungen der Branche sehen die Fachleute neben Strukturveränderungen bei Pharmariesen und dem Anstieg der Nachfrage nach individuell angepassten Arzneimitteln auch die fortschreitende Globalisierung.

So könnten sich für den Biotechnologie-Sektor in naher Zukunft vor allem die Abkühlung der Aktienmärkte, verschärfte regulatorische Kontrollen sowie größere Hürden bei der Produktzulassung und Rückvergütung als größere Stolpersteine erweisen. Diese Hürden ließen sich jedoch mit einer disziplinierten Finanzpolitik und der branchentypischen Kreativität sowie gesteigerter Innovationskraft nehmen. "Trotz der erfolgreichen Finanzierungstätigkeit, bei der die Branche in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa mehr als 29,9 Mrd. Dollar Kapital aufnahm, werden die Unternehmen in Österreich nach wie vor noch häufig auf eine finanzielle Durststrecke geschickt. Damit bleibt die Grundfrage der Finanzierung gerade in Österreich weiter aufrecht", unterstreicht Erich Lehner, Partner und Industry Leader Biotechnology bei Ernst & Young Österreich, im Gespräch mit pressetext.

Laut Lehner wird der weitere Erfolg der Branche künftig von Kooperationen, Übernahmen und Verschränkungen von Biotechnologie- mit Pharmakonzernen abhängen. "Vor allem die Bereitstellung von Venture Capital spielt bei dieser Entwicklung eine tragende Rolle, die ich als einen sich stärker als noch zuvor entwickelnden Trend sehe", prognostiziert Lehner die Entwicklung. Nach dem Ausbau der Kooperationsverflechtungen setzte in der Alpenrepublik 2007 eine Konsolidierungsphase ein, wodurch Lehner zufolge ein "fruchtbarer Boden für die Gründung von Biotech-Firmen geschaffen wurde". Hier sei man im "europäischen Mittelfeld sehr gut aufgestellt", wobei es sich noch positiver auswirken würde, wenn man noch mehr Biotechnologie-Unternehmen für die Ansiedlung gewinnen könnte, so Lehner. Keinen Nachholbedarf sieht der Experte hingegen bei den heimischen Start-up-Förderungen.

Ernst & Young kommen bei der Auswertung der internationalen Daten zu dem Schluss, dass mit dem Rekordbetrag von 5,5 Mrd. Dollar in den USA und einem Wachstum von 72 Prozent in Kanada Venture-Capital-Finanzierungen mit 7,5 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht haben. Die Umsätze der börsennotierten Biotech-Unternehmen kletterten 2007 ebenfalls weltweit um acht Prozent und überschritten damit zum ersten Mal die Schwelle von insgesamt 80 Mrd. Dollar. Erfreulich auch der zurückgegangene Reinverlust der Branche. Dieser sank von 7,4 Mrd. (2006) auf 2,7 Mrd. Dollar. In den USA gelang es dem Sektor hingegen, im Verhältnis zu den vergangenen Jahren verstärkt die Rentabilität signifikant zu erhöhen. Neben dem Anstieg individuell angepasster Arzneimittel sieht Lehner auch die Globalisierung als "Herausforderung" für die Branche. Vielversprechend seien hierbei insbesondere Kooperationen mit Partnern in den Schwellenländern, so der Experte abschließend gegenüber pressetext.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ey.com

Weitere Berichte zu: Biotech-Branche Biotechnologie Globalisierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Dialysepatienten besser vor Lungenentzündung schützen
17.01.2018 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neue Studie der Uni Halle: Wie der Klimawandel das Pflanzenwachstum verändert
12.01.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie