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Chemotherapie ohne Wirkung bei Asbestmesotheliomen

16.05.2008
Weiterer Anstieg der Erkrankungen befürchtet

Behandlungen mit Chemotherapie, die das Leben von Patienten verlängern und den Leidensdruck verringern sollen, wirken bei mit Asbest in Zusammenhang stehenden Krebserkrankungen nicht.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Mitwirkung der Medical Research Council Clinical Trials Unit gekommen. Asbestmesotheliome sind normalerweise nicht heilbar. Manche Experten haben daher laut BBC bisher auf eine Behandlung mit einer Chemotherapie gesetzt. Details der Studie wurden in The Lancet veröffentlicht.

Laut Studie erkannten hunderte befragte Patienten in der Chemotherapie keine Vorteile. Nicholas Vogelzang vom Nevada Cancer Institute geht davon aus, dass eine andere Kombination von Medikamenten besser wirken sollte. Trotz gesetzlicher Kontrollen sterben allein in Großbritannien rund 2.000 Menschen an Mesotheliomen. Die jahrzehntelange Verzögerung zwischen dem Kontakt und dem Eintreten der Erkrankung lässt befürchten, dass die Anzahl der Erkrankungen noch für mindestens ein halbes Jahrzehnt ansteigen wird.

Die Behandlung von Mesotheliomen zielt prinzipiell auf eine Verringerung der Symptome ab und soll das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Empfehlungen gehen ganz allgemein dahin, dass Steroide und Strahlenbehandlungen eingesetzt werden.

An der aktuellen Studie nahmen 409 großteils aus Großbritannien stammende Patienten teil. Alle erhielten die Standardbehandlung. Ein Teil erhielt zusätzlich eine Chemotherapie. Die Auswirkungen auf das Krankheitsbild wurden in der Folge verglichen. Mit Chemotherapie behandelte Patienten lebten etwas länger. Die Wissenschaftler um Richard Stephens warnen jedoch, dass diese Ergebnisse kein statistischer Beweis seien und in die Irre führen könnten.

Durch die Chemotherapie verbesserte sich die Lebensqualität der Patienten nicht. Laut Stephens belege diese Studie als eine der wenigen in diesem Bereich, wie schwer Mesotheliome zu behandeln sind. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich, dass sie sich auf der Innenseite der Lunge bilden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mrc.ac.uk
http://www.nevadacancerinstitute.org

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