Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Dienstleister optimistisch

13.05.2008
Aber steigenden Kostendruck durch hohe Lohnabschlüsse erwartet

Im Gegensatz zu ihren europäischen Wettbewerbern beurteilen die deutschen Dienstleistungsunternehmen ihre Geschäfts- und Erlösaussichten für die kommenden zwölf Monate deutlich optimistischer als noch im vergangenen Herbst.

Wie aus der halbjährlich durchgeführten KPMG-Unternehmensumfrage hervorgeht, ist die Stimmung unter den deutschen Branchenakteuren in diesem Frühjahr insgesamt positiv. An der Preisfront befürchten die Dienstleister binnen Jahresfrist allerdings einen weiter steigenden Kostendruck, insbesondere als Resultat der höheren Lohn- und Tarifabschlüsse.

Da die Gewinnmargen folglich unter Druck geraten dürften, stieg der Anteil der Firmen, die ihre Angebotspreise voraussichtlich anheben werden, im April 2008 auf den höchsten Wert seit Umfragebeginn vor zwei Jahren.

Mit +33.3 nach +28.6 im Oktober 2007 übertrifft der Saldo Geschäftsaussichten für Deutschland den entsprechenden EU-Durchschnitt von +30.2 und liegt damit auch im deutlich positiven Bereich. Verbessert haben sich gegenüber Herbst 2007 auch die Erlöserwartungen binnen Jahresfrist. KPMG-Vorstand Robert Gutsche, Head of Markets: „Die Branchenakteure in Deutschland rechnen damit, dass die anziehende Marktnachfrage, insbesondere aus Asien, die Geschäfte und Erlöse binnen Jahresfrist weiter beflügeln wird. Einige Branchenakteure äußerten auch Hoffnung, dass im Verlauf der nächsten Monate das Schlimmste bei der Kreditkrise überstanden sein dürfte, und es mit den Geschäften und Erlösen weiter aufwärts gehen wird.“

Sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Beschäftigungsaussichten trübten sich allerdings deutlich ein. Zahlreiche Unternehmen befürchten, dass eine höhere Beschäftigtenzahl zusätzlichen Druck auf die operativen Margen ausüben wird. Zudem legten die Erwartungen hinsichtlich steigender Personalkosten und Einkaufspreise auf Rekordniveau zu. Die Dienstleister schraubten im April ihre Auftragserwartungen und Beschäftigungsperspektiven für die kommenden zwölf Monate zurück.

So sackte der Saldo Auftragseingang mit +23.4 auf den tiefsten Wert seit Umfragebeginn im April 2006 ab. Der Saldo Beschäftigung gab von +23.1 im Vorjahresmonat erheblich nach und markierte mit aktuell +11.9 ein neues Umfragetief. Ein Grund für die sich abschwächende Arbeitskräftenachfrage ist, dass die Branchenakteure laut Frühjahrsumfrage binnen Jahresfrist mit saftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten rechnen. Da rund 64 Prozent der Befragten höhere und nur 7 Prozent niedrigere Ausgaben für Löhne und Gehälter einkalkulieren, kletterte der entsprechende Beschäftigungssaldo mit +57.2 auf ein neues Rekordhoch.

Zudem erwarten die deutschen Dienstleister in den nächsten zwölf Monaten die stärkste Beschleunigung des Kostenanstiegs seit Umfragebeginn im April 2006. Als Reaktion darauf beabsichtigen die Firmen, ihre Angebotspreise binnen Jahresfrist mit Rekordrate anzuheben. So übertraf der Anteil der Unternehmen mit Preiserhöhungsabsichten (30 Prozent) den Prozentsatz an Firmen, die ihre Angebotspreise reduzieren werden (10 Prozent) deutlich.

Deutsche Dienstleister investieren mehr

Die Investitionsabsichten der deutschen Dienstleister waren im April etwas stärker ausgeprägt als im EU-Durchschnitt. Der entsprechende Saldo notierte mit +4.5 auch über dem Herbstwert 2007 von +0.4. Indes dürfte die Auslagerung von Geschäftsaktivitäten in Deutschland binnen Jahresfrist zurückgehen, wohingegen der EU-Trend eine Zunahme der Auslagerungsabsichten signalisiert.

Überdurchschnittlich viele deutsche Unternehmen gaben an, dass sich die Verfügbarkeit von Krediten seit Beginn der globalen Finanzmarktturbulenzen verschlechtert hat. War in Deutschland fast jeder Dritte Dienstleister dieser Ansicht, sind es EU-weit nur 26 Prozent.

Hinweis:

Der Bericht zu den Geschäftsaussichten der deutschen Dienstleistungsunternehmen ist Teil der Befragung der europäischen Servicefirmen und wird von NTC Economics im Auftrag von KPMG erstellt. Der EU-Bericht basiert auf Umfragen unter rund 2.800 Serviceunternehmen, die nach ihrer Einschätzung zur weiteren Konjunkturentwicklung befragt werden. Der Bericht wird zwei Mal im Jahr erstellt, wobei die Umfragen jeweils im Frühjahr und Herbst durchgeführt und veröffentlicht werden. Der aktuelle EU-Bericht enthält die Umfrageergebnisse von über 1.200 befragten Dienstleistungsunternehmen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland und Spanien.

Der Bericht zu den Geschäftsaussichten beruht auf Salden, die den Grad an Optimismus oder Pessimismus widerspiegeln. Die Salden der einzelnen Messgrößen liegen jeweils zwischen – 100 und + 100, wobei ein Wert von 0 anzeigt, dass es bei der entsprechenden Variable binnen Jahresfrist zu keiner Veränderung kommen dürfte. Dementsprechend signalisieren Werte über 0 Optimismus, Werte unter 0 Pessimismus. Der jeweilige Saldo errechnet sich, indem der Prozentsatz der Firmen, die eine Verschlechterung erwarten, von dem Prozentsatz der Firmen, die mit einer Verbesserung rechnen, in Abzug gebracht wird.

Pressekontakt:
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18, Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com

Thomas Blees | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen