Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freie Erfinder als Know-how-Reserve

06.05.2008
IW-Umfrage: Mittelstand würde mehr kooperieren, scheut aber den Aufwand

Was die meisten Privaterfinder selbst nach langjähriger Praxis oftmals nicht erfahren haben, bringt jetzt überraschend eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) an den Tag: Vier von fünf deutschen Firmen sind an Entwicklungen freier Erfinder allgemein interessiert.

Für eine konkrete Kooperation sehen viele Firmenchefs jedoch Hindernisse, wie die Studie über die „Relevanz neuer Produktidee von freien Erfinderinnen und Erfindern für Unternehmen“ ausweist: Die Ideen seien oft zu wenig ausgereift, auf den ersten Blick nicht erfolgversprechend und marktfähig – und verursachten bei einem genauen Check einen zu hohen Prüfaufwand.

In Deutschland gibt es mehrere Tausend Hobbyerfinder mit einer vergleichsweise beachtlichen Patent-Anmeldungsrate von über zehn Prozent. Ihr zentrales Manko: Erfinder benötigen zur Umsetzung cleverer Ideen in vermarktungsfähige Produkte faire und leistungsstarke Partner aus dem Mittelstand. Doch der hielt sich bei Innovationen „von unten“ bisher eher zurück. Entsprechend selten sind Positivbeispiele wie jüngst ein Spargelernte-Halbautomat, den ein Wolfsburger Unternehmen nach der Grundidee eines hessischen Erfinders entwickelt (www.ai-solution.de).

Weil die mittelständische Erfinderabstinenz weit verbreitet ist, nehmen Hobbyerfinder die Vermarktung ihrer Erfindungen oft selbst in die Hand. So Unternehmensgründer Torsten Menzel, der für die Produktion eines mobilen Zaunsystems für Pferde eine eigene Firma in Salzwedel (Sachsen-Anhalt) gegründet hat (www.roflexs.com).

Auch die ehemalige Sozialarbeiterin Beate Markofsky aus Bissendorf (Osnabrücker Land) ging diesen Weg, um ihren „bm Schreibhefter“ – eine clevere Kombination aus Schreibheft und Schnellhefter für Schul- und Seminarunterlagen – an den Mann zu bringen (www.bmschreibhefter.de).

„Dennoch sind 62 Prozent der befragten Unternehmen bereit, ihr Innovationsmanagement für externe Ideen zu öffnen“, kommentierte Erfinder-Expertin Beate Treu das Umfrage-Ergebnis. Insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen ohne eigene Forschung und Entwicklung sind auf Grund des globalen Wettbewerbsdrucks mehr denn je auch auf Ideen von außen angewiesen. Als Ideenlieferant könnte das bundesweite Netzwerk der Erfinderclubs mit seinen über 100 Standorten dienen. Hier werden jährlich über Hundert Ideen produziert; manche davon sind noch in einem frühen Entwicklungsstadium, viele können aber durchaus den Funktionsnachweis durch einen Prototypen erbringen und warten nur darauf, von einem Unternehmer aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden.

Kontakt:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln
INSTI-Erfinderclubs
Beate Treu
Tel.: 0221 4981-839
E-Mail: treu@iwkoeln.de

Hans-Werner Oertel | InnoMedia
Weitere Informationen:
http://www.innomedia-berlin.de
http://www.erfinderclubs.de
http://www.iw-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik