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Kostengefälle: USA und Nordamerika attraktiver als Europa

06.05.2008
Unternehmensstandort Deutschland wegen starkem Euro Schlusslicht

Der Wertverlust des Dollars hat dazu geführt, dass Europa hinsichtlich seiner Kosten als Unternehmensstandort im Vergleich zu den USA an Boden verliert.

Während Mexiko die günstigsten Betriebskosten für Unternehmen aufweist, stiegen die Belastungen in Italien, den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien verglichen zu den USA am stärksten. Dies ist das Ergebnis einer heute, Dienstag, von der international tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG vorgestellten Untersuchung.

Die Studie "Competetive Alternatives" kommt bei der Betrachtung von 136 Städten in zehn Ländern zu dem Schluss, dass Kanada, die USA und Australien mit je unter einem Prozent Abstand auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen. Die USA haben sich hinsichtlich der Kosten, die für die Gründung und den Erhalt eines Unternehmens anfallen, seit 2006 am stärksten verbessert.

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"Obwohl wir uns bei der Analyse vorrangig auf die Betriebskosten konzentriert haben, spielen natürlich auch andere qualitative Kriterien wie die Lebensqualität, die Kriminalitätsrate, aber auch das Bildungswesen eine entscheidende Rolle", so Gottwald Kranebitter, Geschäftsführer der KPMG, im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten beeinflusst dies wesentlich die Standortwahl eines Unternehmens.

"Neben dem starken Euro belasten viele Gesellschaften in Europa vor allem die Steuern und Arbeitskosten. Letztere sind in Deutschland verglichen mit Mexiko rund zehn mal höher. Aber auch innerhalb der EU hat die Bundesrepublik die höchsten Arbeitskosten, was sich international als Wettbewerbsnachteil entpuppt", erläutert Kranebitter weiter. So sei die kostenbezogene Reihung Südamerika, USA, EU die Folge.

Besonders der seit Wochen und Monaten schwächelnde Dollar belastet die Gesellschaften hierzulande, die einem starken Euro ausgesetzt sind. Während die Betriebskosten in Mexiko um 20,5 Prozent unter denen der USA liegen, belegt Frankreich mit einem Kostenaufschlag von nur 3,6 Prozent den fünften Platz und ist damit europäischer Spitzenreiter. Das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Italien liegen ebenfalls dicht beieinander und nehmen die Plätze sechs bis acht ein. Die Betriebskosten sind hierbei zwischen 7,1 und 7,9 Prozent höher als der US-Vergleichswert. Zudem stellten die Fachleute fest, dass Japan und Deutschland nur auf Platz neun bzw. zehn kommen und nach wie vor mit Kostenaufschlägen verglichen zu den USA von 14,3 bzw. 16,8 Prozent am teuersten sind. "Zwar ist Mexiko betriebskostenbezogen das günstigste Land, dennoch ist die Mordrate hier am höchsten. Folglich punktet Japan, wo diese Rate am niedrigsten ist", verdeutlicht Kranebitter auf Nachfrage von pressetext.

Obwohl sowohl Japan als auch die Bundesrepublik relativ kostenintensiv ausfallen, hat Japan gegenüber anderen Ländern langfristig mit einer niedrigen Inflation und geringerer Volatilität des Yen gegenüber dem Dollar einiges an Boden gutmachen können, so die KPMG. Die Probleme Deutschlands hingegen machen die Experten an einer zunehmend alternden Bevölkerung fest. Hierbei nehmen die über 44-Jährigen den größten und die unter 25-Jährigen den kleinsten Anteil an der Gesamtbevölkerung ein. Der Kostenvergleich unter den Ländern spiegelt sich auch bei der Städtebetrachtung wider. Den ersten Platz bei den EU-Städten mit den geringsten Kosten nimmt Toulouse ein, gefolgt von Utrecht und Paris. In Nordamerika zählen Puebla, Guadalajara und Monterrey (Mexiko) zu den günstigsten Geschäftsstandorten. Nach wie vor teuer sind die US-Orte San Jose und New York.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.com

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