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Ernährung mit viel Vitamin E schützt offenbar vor Alzheimer

28.06.2002


Wer sich Vitamin E-reich ernährt, senkt damit möglicherweise sein Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Vitamin E-Pillen helfen hingegen offenbar nicht, vermelden US-Forscher.

Diese Studie unter der Leitung von Dr. Martha Clare Morris, Rush-Presbyterian-St.Luke’s Medical Center, Chicago, ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „JAMA“ erschienen. Da auch weitere Studien, die die Allgemeinbevölkerung untersuchten, einen solchen Schutz vor geistigem Verfall und Alzheimer nahe legen, wird dies derzeit gezielt in klinischen Studien getestet.

An der Studie nahmen 815 Senioren im Alter über 65 Jahre teil. Zu Beginn der Studie zeigte keiner der Teilnehmer Anzeichen einer Demenz. Im Schnitt verfolgten die Wissenschaftler das Schicksal der Probanden über 3,9 Jahre. Im Verlauf der Untersuchung befragten sie die Senioren zudem detailliert zu ihren Ernährungsgewohnheiten sowie der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Zum Ende der Studie war bei 131 Teilnehmern Alzheimer festgestellt worden. Die Forscher analysierten die Beziehung zwischen dem Auftreten einer Demenz und der Aufnahme von Antioxidantien – sowohl im Essen oder auch als Pille – inklusive Vitamin C, E, Beta-Carotin sowie einem Multivitamin-Präparat. Am deutlichsten zeigte sich ein schützender Effekt bei den Menschen, die mit ihrer Vitamin E-Aufnahme im obersten Fünftel lagen (im Schnitt 11,4 internationale Einheiten pro Tag, IU/d): Ihr Alzheimer-Risiko war im Vergleich zur Gruppe mit der niedrigsten Vitamin E-Aufnahme (im Schnitt 6,2 IU/d) um 67 Prozent vermindert. Das galt allerdings nur für Menschen, die nicht das ApoE4-Allel. einen genetischen Alzheimer-Risikofaktor, aufwiesen. Vitamin C und Beta-Carotin schienen auch einen positiven Einfluss zu zeigen, der aber statistisch nicht relevant war.

Vitamin E- und andere Pillen zeigten keinen Effekt. Eine der möglichen Erklärungen besteht darin, dass die meisten Vitamin E-Ergänzungspräparate aus Alpha-Tocopherol bestehen, während Nahrungsmittel reicher an Gamma-Tocopherol sind. Die verschiedenen Formen beseitigen auch unterschiedliche Arten von Radikalen, was in punkto geistiger Verfall relevant sein könnte.

Auf eigene Faust sollte übrigens niemand Vitamin E in hohen Dosen einnehmen. Denn extrem hoch dosiert (mehr als 2000 IU/d) kann Vitamin E das Risiko für Blutungen erhöhen, was vor allem bei Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente schlucken, riskant sein kann.

JAMA (2002) Vol. 287, No. 24, pp. 3230 – 3237

| JAMA

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