Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie die Körpergröße reguliert wird: Internationale Studie trägt zehn neue Gene zur Erforschung des Wachstums bei

02.05.2008
Warum Menschen in ihrer Körpergröße stark variieren, beginnen Wissenschaftler immer besser zu verstehen. Eine internationale genomweite Studie unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München entdeckte zehn neue Gene, die die Körperlänge beeinflussen. Sie lieferte gleichzeitig überraschende Einblicke in biologische Netzwerke, die für das Größenwachstum wichtig sind.

Die in der neusten Ausgabe von Nature Genetics veröffentlichte Meta-Analyse basiert auf Daten von mehr als 26 000 Personen. Sie verifizierte einige schon bekannte Gene, lieferte aber auch zehn neu entdeckten Gene, die zusammen mit zwei bereits bekannten genetischen Polymorphismen einen Größenunterschied von rund 3,5 Zentimetern erklären.

Diese Meta-Analyse lieferte neue biologische Erkenntnisse. Einige der identifizierten Gene interagieren mit der microRNA let-7, die die Regulation anderer Gene beeinflusst. Dieser Zusammenhang war bisher völlig unbekannt. Einige andere SNPs deuten auf eine Modifikation der Struktur von Chromatin, die Chromosomen umgebenden Proteine, hin. Die Ergebnisse könnten darüber hinaus Relevanz für Patienten mit vererbten Wachstumsproblemen oder mit Problemen in der Knochenentwicklung haben, da einige der neu entdeckten Gene seltene Mutationen besitzen, von denen ein Zusammenhang mit anormalem Skelettwachstum bekannt ist. Nur durch weitere funktionelle Studien wird es gelingen die Mechanismen, dieser wachsenden Liste das Wachstum beeinflussender Gene, vollständig aufzuklären.

Als deutscher Beitrag flossen in die internationale Studie genomweite Daten von rund 5600 Teilnehmern der Augsburger KORA-Studie ein. Die Daten wurden von den Wissenschaftlern Dr. Christian Gieger, Dr. Susana Eyheramendy, PD Dr. Thomas Illig, Dr. Iris M. Heid und Prof. Dr. Dr. H.-Erich Wichmann am Helmholtz Zentrum München analysiert. Die genomweiten DNA-Chips, die es erlaubten, 500 000 der häufigsten Varianten des menschlichen Genoms zu bestimmen, wurden unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Meitinger an den Instituten für Humangenetik und Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München analysiert. Gesamtkoordinator der Meta-Analyse war Dr. Guillaume Lettre, die Gesamtleitung hatte Prof. Joel Hirschhorn, beide vom Broad Institute des MIT und der Harvard Universität, Cambridge. Die Untersuchungen liefen im Rahmen des kürzlich formierten Konsortiums zur genetischen Erforschung der Größe und des Übergewichts (GIANT, Genetic Investigation of ANthropometric Traits).

... mehr zu:
»Genetic »Meta-Analyse

Zusammen mit der zeitgleich in Nature Genetics publizierten Studie britischer Wissenschaftler beträgt die Gesamtzahl der bekannten "Größen-Gene" derzeit 26.

Weitere Informationen

> Lettre G et al. Identification of ten loci associated with height and previously unknown biological pathways in human growth. Nature Genetics; 2008, 40(5): pp584 - 591

> Weedon MN et al. Genome-wide association analysis identified 20 loci that influence adult height. Nature Genetics; 2008, 40(5): pp575 - 583

Redaktion

Heinz-Jörg Haury, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)

Tel.: 089-3187-2460, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Genetic Meta-Analyse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie