Studium 2008: Für die meisten ein finanzielles Risiko

Ein Studium wird heute zunehmend zu einem finanziellen Risiko. Das bestätigen 70 Prozent der Studierenden in einer aktuellen Umfrage der Universität zu Lübeck.

Zugleich betrachten 95 Prozent ihre Zukunftschancen nach dem Studium als gut oder sehr gut. Die Universität Lübeck verhandelt über den Aufbau eines Bildungs- und Studienfonds, damit die Studierenden nicht hoch verschuldet ins Berufsleben entlassen werden müssen.

In einer im Februar dieses Jahres durchgeführten Umfrage des Studierenden-Service-Centers, an der 40 Prozent der Studierenden der Universität Lübeck teilnahmen, wurden diese nach ihrer finanziellen und sozialen Situation befragt.

Die wichtigste Finanzierungsquelle für das Studium sind demzufolge die Zuschüsse der Eltern (84 Prozent der Antworten). Danach folgen der Job in den Semesterferien (63 Prozent), Ersparnisse (58 Prozent) und das Jobben während der Vorlesungszeit (48 Prozent). Erst an fünfter Stelle wurde das Bafög als sehr wichtige oder wichtige Einnahmequelle genannt (30 Prozent). Viele Studierende jobben als so genannte studentische Hilfskräfte an den Instituten und Kliniken der Universität oder als Aushilfen.

Die monatlich zur Verfügung stehenden Einnahmen liegen im Schnitt bei 607 Euro. Damit haben die Studierenden der Uni Lübeck rund 160 Euro weniger im Monat zur Verfügung als die Studierenden im Bundesdurchschnitt.

Einige der Befragten (7,8 Prozent) beurteilten ihre Finanzsituation als äußerst kritisch, bei vielen (36 Prozent) ist das Geld häufig knapp. Diese Situation verschärft sich mit zunehmenden Alter der Studierenden und bei Studierenden mit Kindern. Vor diesem Hintergrund fällt auch das Votum zum Thema Studiengebühren eindeutig aus: die Mehrzahl der Befragten (63 Prozent) hätte im Falle von Studiengebühren nicht in Lübeck studiert.

Zugleich ist die Mehrheit der Studierenden mit ihrer Lebens- und Studiensituation an der Universität Lübeck sehr zufrieden (27 Prozent) oder zufrieden (47 Prozent). Und fast alle, nämlich 95 Prozent, betrachten ihre Zukunftschancen nach dem Studium als sehr gut oder gut.

Dr. Sabine Voigt, Leiterin des Studierenden-Service-Centers der Universität, kommt in der Zusammenfassung der Umfrage zu der folgenden Schlussfolgerung: „Die Umstellung auf die Bachelor-/Masterabschlüsse hat insgesamt die Möglichkeiten des Arbeitens neben dem Studium erschwert, und die etwaige Einführung von Studiengebühren würde eine weitere zusätzliche finanzielle Belastung der Studierenden und deren Eltern nach sich ziehen. Darauf muss die Universität zu Lübeck reagieren, will sie auch zukünftig im Wettbewerb mit anderen Universitäten bestehen. Vor diesem Hintergrund gilt es, mittelfristig eine Studienfinanzierung zu entwickeln, die die sozialen Belange der Studierenden berücksichtigt und sie nicht am Ende des Studiums hoch verschuldet ins Berufsleben entlässt.“

Prof. Dr. Peter Dominiak, Rektor der Universität zu Lübeck, erklärt: „Die Universität möchte ihren Studierenden da unter die Arme greifen, wo Bedarf ist. Zum einen vergeben wir besonders häufig Stellen für studentische Hilfskräfte, aber wir verhandeln auch gerade sehr konkret den Aufbau eines Bildungs- bzw. Studienfonds, der Studierende finanziell unterstützen soll.“

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Rüdiger Labahn idw

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